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Ein Fragment aus "Morgain": Akrostichon
#1
Kein Sterblicher empfängt von mir den Kuß
Ohne seinen Preis dafür zu zahlen.
Mich mag dein inn’res Auge leiblich malen;
Mein Element und Zeichen ist der Fluß.

Ein Sein und Werden, stets aus einem Guß.
Noch spiegeln sich in mir die Sonnenstrahlen
Und auch mit deinem Bild läßt du mich prahlen
Noch fließ ich seicht, doch bald schon fall ich schuß

Die Schluchten abwärts, felszerschneidend, tosend.
Gering dünkt dich der Preis vor Fälligkeit:
Ein Fließen, Fluten, Wogen, um sich kosend.

Höher ist er aber als man glaubt.
Es wird dein leichtes Glück im Lauf der Zeit
Noch eh du dich versiehst im Sturz zerstaubt“



Lächelnd, wie sie ihm davon erzählt
Ist ihm so leicht. Die Worte fließen ihr
Eins um das andre. Dies ist ihr Revier.
Bedenklich, welche Worte sie gewählt;

Es ist jedoch nur Klang im Jetzt und Hier
Ist ihm Musik, kein Sinn, der ihn jetzt quält.
So hat er sich bereits mit ihr vermählt,
Tief eingefühlt in dieses Fabeltier

Lilien öffnen ihre zarten Kelche.
Einen Fuß im Fluß, den Kopf erhoben,
Ist ihm selber elfenleicht zumut.

Die Vögel singen ihre Lieder. - Welche?
Es sind die schönsten wieder aufgeflogen.
"Nichts frage mehr ; Es rauscht Dir nur das Blut."


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