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Auf Lenau
#1
Auf Lenau

Die Nacht ist still, die Lüfte wehen linde; -
Rings auf der Welt liegt ein elegisch Träumen.
Die Blätter lispeln leis nur an den Bäumen
Wie Seufzerhauch von einem kranken Kinde.

Ein leuchtender Gedanke, pfeilgeschwinde
Aufzuckt der Blitz; - empörte Wogen schäumen;
Hinjagt das Roß des Sturms, wer will es zäumen? –
Der Himmel weint, als ob er Schmerz empfinde.

So gilt das stete Klagen deiner Zither
Der Kreatur, die um Erlösung fleht
Und Freiheit heischend, pocht am Kerkergitter.

Es ist der Schmerz, der durch die Schöpfung geht
Im Windessäuseln, wie im Ungewitter,
Vom milden Hauch der Poesie umweht. -


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.


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