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Blütenleben
#1
Ich wußte mich vor Lust nicht mehr zu lassen;
Es war im Maimond; lief ich in den Garten,
Und pflückte Blumen, Blüten aller Arten,
Roth, weiß, blau, gelb, die hellen und die blassen;

Und wußte rings mich in sie einzufassen;
War Blume nun; ließ auf den Strauch nicht warten;
Zur Lind’ empor mich schnell die Füße scharrten;
Saß hoch im Wipfel über Blättermassen.

Und wie ich so als Wunderblume stehe,
Da rührt ein Apfelbaum sich in der Nähe
Voll junger Frucht; der spricht mir ins Gemüthe:

„Ach, daß dir auch all alle deine Freuden,
„Die deine Jugend blütengleich umkleiden,
„Einst Früchte bringen, wie des Obstbaums Blüte!“


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