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Undank
#1
Undank
(nach Lope da Vega)



Was bin ich nur, daß du so emsig trachten
Nach meiner Liebe willst, o Jesu mein?
Daß ich vor meiner Thür in Frostes Pein,
Treu harrend dich so oft sah übernachten?

Und solche Treue konnte ich verachten?
Ich öffnete dir nicht? Welch Herz von Stein!
Mein kalter Undank war's, der dein Gebein
Im Frost erstarren ließ, und dich verschmachten.

Ach, wie so oft rief mir mein Engel zu:
"O Seele neige dich zum Fenster jetzt,
"Und horche seinen treuen Liebesliedern!"

Und wie so oft hab' ich in träger Ruh'
"Ja morgen öffn' ich!" schnöde drauf versetzt,
Um morgen ganz dasselbe zu erwiedern!


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.


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