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Farbenpoesie 1843
#1
"Gib mir zu schaun, ich bin des Fühlens müde!
"Das ist ein Reißen an dem armen Herzen,
"Ein Jammern, Aechzen, Stöhnen, Stieren, Schmerzen,
"Als wär' der Wahnsinn unser wahrer Friede.

"Gib Farben mir zu neuem Klang und Liede,
"Daß Bilder sich wie Wetterwolken schwärzen,
"Wie Löwen glühn, wie Antilopen scherzen,
"Auf daß fortan statt Herz das Auge siede!"

Sie gab ihm Farben, die beschworne Muse,
Und er hub an zu färben und zu malen,
Als sollte Nord und Süd zusammenstrahlen.

Und als die Muse schaute das Gebilde,
Entsetzte sich die hehre, ewig milde,
Und sprach: "Nicht mir, du dientest der Meduse!"


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