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Gottes Schweigen
#1
Gott überall, der große Gott, zugegen
Und schweiget doch zu allem Werk der Erden!
Ob Völker sich hinschlachten wie die Herden,
Gott sieht's und schweigt, und herrscht nach Seinen Wegen.

Gelästert wird sein Namen und sein Segen;
Der Sünder trotzt; das Laster schwelgt; es werden
Zerstampft die Guten, wie die Spreu von Pferden:
Gott aber schweigt, und spendet Sonn' und Regen.

Und wenn das Herz, von Angst und Nacht bedecket,
Nach Hülf' und Rath zu Gott die Hand ausstrecket:
Er sieht's und schweigt, und thut nach ew'gem Rathe.

O furchtbar Schweigen in dem Gang der Zeiten!
O furchtbar Reden, wann für Ewigkeiten
Gott Alles auflös't in Gericht und Gnade!


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