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Anfechtung
#1
Was weiß der Mensch, der nie ward angefochten?
Der nie geseufzt in öder Wildnis Stille,
Dem nicht mit Geistern rang der müde Wille,
Auf dessen Herz nicht Hammerschläge pochten?

Was auch Verstand und Welt ihn lehren mochten:
Verschlossen liegt ihm unter Schein und Hülle
Des Lebens Reichthum und des Geistes Fülle,
Nur Stückwerk bleibt's, wird nie zum Kranz geflochten.

Denn du, o Herr, bist nah bedrängten Herzen,
Du reißest ab der Täuschung süßen Schleier,
Zeigst Nacht und Elend, das uns hält umsponnen.

Und in dem Drang der namenlosen Schmerzen
Trittst du hervor; da wird es frei und freier,
Die Seele lernt im Lichte deiner Sonnen.


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