27.06.2026, 14:05
Paula Modersohn Becker
1876 - 1907
Abendmusik
Der Abend klingt mit Geige und Schalmei
allmählich aus. Die Melodie hält locker
die zarten Banden der Geschwister. Ocker
und wie bemooste Freskenmalerei
graugrün die Haut, der Himmel weiß wie Kreide,
dass man sich alterslos darin vergesse.
Ein Bild, als stamme es aus der Manesse-
Handschrift und fast wie reifendes Getreide
in sanftem, mattem Gelb die Instrumente.
Vier musiker, die schweinbar unbeschwert
zusammen spielen, ganz der Zeit entrückt
und irgendwie auch ganz in sich gekehrt
nachlauschend eignem Herzschlag, gleich als kennte
man, wenn man sich kennt, auch ein Weltenstück.
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1876 - 1907
Abendmusik
Der Abend klingt mit Geige und Schalmei
allmählich aus. Die Melodie hält locker
die zarten Banden der Geschwister. Ocker
und wie bemooste Freskenmalerei
graugrün die Haut, der Himmel weiß wie Kreide,
dass man sich alterslos darin vergesse.
Ein Bild, als stamme es aus der Manesse-
Handschrift und fast wie reifendes Getreide
in sanftem, mattem Gelb die Instrumente.
Vier musiker, die schweinbar unbeschwert
zusammen spielen, ganz der Zeit entrückt
und irgendwie auch ganz in sich gekehrt
nachlauschend eignem Herzschlag, gleich als kennte
man, wenn man sich kennt, auch ein Weltenstück.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

