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La Lune offensée
#1
La Lune offensée

Ô Lune qu'adoraient discrétement nos pères,
Du haut des pays bleus où, radieux sérail,
Les astres vont te suivre en pimpant attirail,
Ma vieille Cynthia, lampe de nos repaires,

Vois-tu les amoureux sur leurs grabats prospères,
De leur bouche en dormant montrer le frais émail?
Le poète buter du front sur son travail?
Ou sous les gazons secs s'accoupler les vipères?

Sous ton domino jaune, et d'un pied clandestin,
Vas-tu, comme jadis, du soir jusqu'au matin,
Baiser d'Endymion les grâces surannées?

— «Je vois ta mère, enfant de ce siècle appauvri,
Qui vers son miroir penche un lourd amas d'années,
Et plâtre artistement le sein qui t'a nourri!»
#2
Als Nachdichtung von
Therese Robinson


Die beleidigte Luna

Der unsre Väter fromm ergeben waren,
Luna, die hoch im Strahlenschlosse lebt,
Von der geschmückten Sternenschar umschwebt,
Du alte Cynthia, Lampe in Gefahren,

Siehst du die Liebenden auf harten Bahren?
Den frischen Hauch, der sie im Schlaf umwebt?
Den Dichter, der vom Werk den Blick nicht hebt?
Die Vipern, die im trocknen Gras sich paaren?

Schleichst du im gelben Domino verstohlen
Noch jede Nacht dahin auf scheuen Sohlen,
Wo der verblühte Reiz Endymions winkt?

– »Ich sehe deine Mutter, Kind der Erde,
Wie sie, gebeugt von Alter und Beschwerde,
Die Brust, die dich gesäugt, vorm Spiegel schminkt!«


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
#3
In der Umdichtung von
Stefan George


Die beleidigte Luna

Zu der die väter fromm die hände huben
O Göttin der in ihrem lichten schloss
Die sterne folgen in geschmücktem tross ·
Du alte Cynthia · lampe unsrer gruben ·

Siehst du die paare froh auf rauhen decken
Wie ihrem mund ein frischer hauch entsteigt ·
Wie sich der dichter auf die arbeit neigt
Und wie im trocknen gras die vipern hecken?

In gelbem domino mit scheuen schritten
Gehst du wie ehmals bis zum morgengraun
Endymions verwelkte reize schaun? –

– Ich sehe deine mutter · kind der sitten ·
Die ihrer jahre last zum Spiegel beugt ·
Mit kunst den busen tüncht der dich gesäugt



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.


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