Gestern, 08:39
Übersetzung von
Alexander Neidhardt
1819-1908
X.
O Scham! gesteh' es nur — du kannst nicht lieben,
Da du so wenig sorgst für dich sogar;
Schlägt dir auch manches Hen in zarten Trieben,
Du liebest keines, dies ist offenbar!
Mördrischer Hass hat dich so ganz geschwellt,
Dass er dein eignes Selbst sogar bedräut,
Weil zum Verfall du drängst das holde Zelt,
Anstatt zu sorgen, dass es werd' erneut.
Werd’ ändern Sinns, damit auch ich es kann —
Ist Hass denn schönren Zelt's als Liebe werth?
Sei liebevoll doch gegen dich fortan
Und freundlich, wie dein Wesen huldverklärt.
Gib dir ein andres Selbst zu Liebe mir,
Und Schönheit lebt in ihm, wie jetzt in dir!
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Alexander Neidhardt
1819-1908
X.
O Scham! gesteh' es nur — du kannst nicht lieben,
Da du so wenig sorgst für dich sogar;
Schlägt dir auch manches Hen in zarten Trieben,
Du liebest keines, dies ist offenbar!
Mördrischer Hass hat dich so ganz geschwellt,
Dass er dein eignes Selbst sogar bedräut,
Weil zum Verfall du drängst das holde Zelt,
Anstatt zu sorgen, dass es werd' erneut.
Werd’ ändern Sinns, damit auch ich es kann —
Ist Hass denn schönren Zelt's als Liebe werth?
Sei liebevoll doch gegen dich fortan
Und freundlich, wie dein Wesen huldverklärt.
Gib dir ein andres Selbst zu Liebe mir,
Und Schönheit lebt in ihm, wie jetzt in dir!
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

