08.07.2026, 08:20
Johann Rist
1607 – 1667
Die festeste Burg
Die wunderstarke Mau’r, so Ninus hat umgeben,
Der Babel hohe Spitz’ und ihrer Zwinger Pracht,
Die Thürme, so der Witz Egyptens hat erdacht,
Die alle schützen nicht so wohl des Menschen Leben,
Als ein Gewissen thut, das kühnlich sich erheben
In allem Glücke darf, das auch den Neid verlacht,
Und würd’ es gleich zuletzt in Noth und Tod gebracht,
Ein solch Gewissen kann stets fröhlich oben schweben.
Verhüllet sich dann gleich das wandelbare Glück,
Und zeiget, wie es pflegt, dir vielmals seine Tück’,
Auch so, daß es dich gar vermeinet auszurotten,
Ei wohl, verzage nicht! Ein unbeflecktes Herz
Ist sonder Angst und Furcht, ihm weichet Pein und Schmerz,
Ein gut Gewissen kann die ganze Welt verspotten.
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1607 – 1667
Die festeste Burg
Die wunderstarke Mau’r, so Ninus hat umgeben,
Der Babel hohe Spitz’ und ihrer Zwinger Pracht,
Die Thürme, so der Witz Egyptens hat erdacht,
Die alle schützen nicht so wohl des Menschen Leben,
Als ein Gewissen thut, das kühnlich sich erheben
In allem Glücke darf, das auch den Neid verlacht,
Und würd’ es gleich zuletzt in Noth und Tod gebracht,
Ein solch Gewissen kann stets fröhlich oben schweben.
Verhüllet sich dann gleich das wandelbare Glück,
Und zeiget, wie es pflegt, dir vielmals seine Tück’,
Auch so, daß es dich gar vermeinet auszurotten,
Ei wohl, verzage nicht! Ein unbeflecktes Herz
Ist sonder Angst und Furcht, ihm weichet Pein und Schmerz,
Ein gut Gewissen kann die ganze Welt verspotten.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

