Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Sonnets 121
#1
William Shakespeare
1564 – 1616 England


CXXI.

'Tis better to be vile than vile esteem'd,
When not to be receives reproach of being,
And the just pleasure lost which is so deem'd
Not by our feeling but by others' seeing:
For why should others false adulterate eyes
Give salutation to my sportive blood?
Or on my frailties why are frailer spies,
Which in their wills count bad what I think good?
No, I am that I am, and they that level
At my abuses reckon up their own:
I may be straight, though they themselves be bevel;
By their rank thoughts my deeds must not be shown;
Unless this general evil they maintain,
All men are bad, and in their badness reign.


.
#2
Übersetzung von
Terese Robinson



CXXI.

Besser ist’s, schlecht zu sein als schlecht zu scheinen,
Wenn unser Anderssein als schlecht verpönt,
Uns Tadel bringen muß, die Lust verneinen,
Die uns nicht Lust, doch Andrer Welt verschönt.
Was sollen mir die tückisch falschen Augen,
Die schielen auf mein froh bewegtes Blut,
Was meinen Schwächen schwäch’re Späher taugen,
Die böse nennen, was mein Herz nennt gut?
Nein, ich bin der ich bin, und die darum
Mir übel tun, sie können sich nur kränken,
Denn bin ich grade, wohl, so sind sie krumm,
Man messe nicht mein Tun an ihrem Denken.

Doch diesem Unrecht helfen sie zum Recht:
Das Schlechte herrscht, weil alle Menschen schlecht.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



CXXI.

Besser schlecht sein als scheinen wo, wie sein,
Das nicht sein Schmach gebiert, und zu entbehren
Gerechter Freude dran, wenn sie der Schein,
Nicht unser Selbstbewußtsein soll bewähren.

Denn warum soll verschrobner Augen Tücke
Mein wildes Blut belächeln? Was vereint
Auf meine Schwächen schwäch’rer Späher Blicke,
Die übel deuten, was ich gut gemeint?

Nein! Ich bin, der ich bin, und was sie summen
Von meiner Schuld, ist ihrer Schmach Bericht.
Vielleicht bin ich gerad, und sie die Krummen;
Ihr gift’ger Hauch schwärzt meine Taten nicht;

So lang sie nicht die Welt erbaun auf Lügen,
Daß alle schlecht sind und im Schlechten siegen


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste
Sonett-Archiv | Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB.com | © 2002-2026 by MyBB Group.
MyBB-Version: 1.8.40 | PHP-Version: 8.5.3