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Der Erinnerung Macht
#1
Der Erinnerung Macht


Wer so, wie du, viel tiefe Lieb’ gefunden,
Der darf sich nimmer einsam, elend fühlen;
Wenn auch des Abschieds Stürme ihn durchwühlen,
Das Weh der Trennung ihm schlug harte Wunden.

Dein Lächeln unter Thränen mußt bekunden,
Sah ich’s auch scheu nur deinen Mund umspielen,
Daß du den Balsam kennst, den milden, kühlen,
Den man Erinn’rung nennt; sie läßt gesunden.

Fühlst du, wie sie uns stimmt fest zu umfassen
Den Schatz, den uns Vergangenheit gelassen?
Wie die Erinn’rung scheucht das düstre Denken –

Wie sie das Trennungsweh uns lehrt versenken,
Und doch uns heimlich zwingt, es treu zu hegen –
Da dieses Weh sich klärt zu reichstem Segen.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.


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