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Nachtgedanken
#1
Nachtgedanken

Oft wohl in schweigsam heller Nacht durchschauert
Der kühle Sturm mich der Vergänglichkeit;
Mein Geist dem Schattenwesen Odem leiht,
Das unsichtbar noch in der Ferne lauert.

O Tod, der ewig fern im Dunkel kauert,
So lange lebst du noch als lebt die Zeit,
Graunvolles wesen voll erhabenheit,
Hast du jemals gelächelt, je getrauert? –

Nachtträume! Mit dem Monde sie versprühen.
Am Tage klingt das alte Hoffnungslied:
O sieh die Blumen jeden Lenz erblühen.

Und wenn auch diese mit dem Lenze flieht
Und eine and’re siehst im nächsten glühen;
Die Blume bleibt, solang der Lenz sie sieht!
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.


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