12.05.2026, 09:02
Franz Litterscheid
1854 - 1921
Herbst
Der Sommer flieht, die dürren Blätter fallen.
Wie mattes Silber liegt’s auf bleichen Haaren,
Ernst mahnt die falt’ge Stirn an uns’re Jahre,
Das einst so heiße Blut will nicht mehr wallen. –
Der Wald ist kahl, die Nebel fest sich ballen. –
Wir nehmen die Erinnerung vom Altare,
Den wir erbaut für uns’re künft’gen Jahre,
Des eingedenk, was uns zumeist gefallen.
Warum erweckt die Brust Erinnerungen,
Die schmerzlich uns das wunde Herz durchdringen?
Hat niemals ihm ein frohes Lied geklungen?
Da kann der rege Geist sich nicht bezwingen:
Der Schmerz schafft ewige erinnerungen,
Die Freud’ muß mit dem Augenblicke ringen!
.
1854 - 1921
Herbst
Der Sommer flieht, die dürren Blätter fallen.
Wie mattes Silber liegt’s auf bleichen Haaren,
Ernst mahnt die falt’ge Stirn an uns’re Jahre,
Das einst so heiße Blut will nicht mehr wallen. –
Der Wald ist kahl, die Nebel fest sich ballen. –
Wir nehmen die Erinnerung vom Altare,
Den wir erbaut für uns’re künft’gen Jahre,
Des eingedenk, was uns zumeist gefallen.
Warum erweckt die Brust Erinnerungen,
Die schmerzlich uns das wunde Herz durchdringen?
Hat niemals ihm ein frohes Lied geklungen?
Da kann der rege Geist sich nicht bezwingen:
Der Schmerz schafft ewige erinnerungen,
Die Freud’ muß mit dem Augenblicke ringen!
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

