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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Autoren Bo - By]]></title>
		<link>https://sonett-forum.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-forum.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 04:21:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: Als er ihr eine gewisse Arie überschickte]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29365</link>
			<pubDate>Thu, 15 Feb 2024 09:45:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29365</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Als er ihr eine gewisse Arie überschickte</span><br />
<br />
Hier hastu schönstes kind das nechstbegehrte lied /<br />
Du sprichst: es habe dir recht ungemein gefallen /<br />
Weil es von thränen sagt / von Quahl / und Wassergallen /<br />
Und weil die traurigkeit aus allen sylben sieht;<br />
<br />
Ach schmerz! so liebstu das / was mir die ruh entzieht /<br />
So hörestu mit lust mein ungelück' erschallen /<br />
Denn alles geht auff mich; ich bin es unter allen /<br />
Vor dem Lisette mehr als basilisken flieht /<br />
<br />
Und über dessen haubt viel ungewitter steigen;<br />
Es kan dir iedes wort / als wie ein spiegel zeigen /<br />
Wie mein verlangen sey mit tausend angst vermählt;<br />
<br />
Wilstu die grausamkeit nun noch was höher bringen /<br />
So wird dir zwar mein wuntsch durch meinen tod gelingen /<br />
Doch auch ein stachel seyn / der dein gewissen quählt. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Als er ihr eine gewisse Arie überschickte</span><br />
<br />
Hier hastu schönstes kind das nechstbegehrte lied /<br />
Du sprichst: es habe dir recht ungemein gefallen /<br />
Weil es von thränen sagt / von Quahl / und Wassergallen /<br />
Und weil die traurigkeit aus allen sylben sieht;<br />
<br />
Ach schmerz! so liebstu das / was mir die ruh entzieht /<br />
So hörestu mit lust mein ungelück' erschallen /<br />
Denn alles geht auff mich; ich bin es unter allen /<br />
Vor dem Lisette mehr als basilisken flieht /<br />
<br />
Und über dessen haubt viel ungewitter steigen;<br />
Es kan dir iedes wort / als wie ein spiegel zeigen /<br />
Wie mein verlangen sey mit tausend angst vermählt;<br />
<br />
Wilstu die grausamkeit nun noch was höher bringen /<br />
So wird dir zwar mein wuntsch durch meinen tod gelingen /<br />
Doch auch ein stachel seyn / der dein gewissen quählt. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: Als sie ihr im winter einen sommer-rock mit blumen neht]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29364</link>
			<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 09:05:39 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29364</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Als sie ihr im winter einen<br />
sommer-rock mit blumen nehte</span><br />
<br />
Ich glaube deine hand kan wunder-wercke machen;<br />
Die angenehme zeit hat sich schon längst versteckt /<br />
Die blumen-felder sind mit schnee und eyß bedeckt /<br />
Doch soll der frühling itzt auff deinem rocke lachen;<br />
<br />
Ich seh die blumen blühn / ich finde tausend sachen /<br />
Die uns vor diesem nur der sommer ausgeheckt /<br />
Durch deine wunder-kunst im winter aufferweckt;<br />
Wie? kan es möglich seyn / daß solches menschen machen?<br />
<br />
Gewiß ein ander muß sich hier zu schwach gestehn;<br />
Lisetten aber wird es stets nach willen gehn /<br />
Weil noch der frühling wird an ihrem leibe blühen /<br />
<br />
Die rosen / welche sie in ihren rock versetzt /<br />
Und diese lilien / die man vor wahre schätzt /<br />
Sind ihr von wange / halß / von brust und schoß geliehen. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Als sie ihr im winter einen<br />
sommer-rock mit blumen nehte</span><br />
<br />
Ich glaube deine hand kan wunder-wercke machen;<br />
Die angenehme zeit hat sich schon längst versteckt /<br />
Die blumen-felder sind mit schnee und eyß bedeckt /<br />
Doch soll der frühling itzt auff deinem rocke lachen;<br />
<br />
Ich seh die blumen blühn / ich finde tausend sachen /<br />
Die uns vor diesem nur der sommer ausgeheckt /<br />
Durch deine wunder-kunst im winter aufferweckt;<br />
Wie? kan es möglich seyn / daß solches menschen machen?<br />
<br />
Gewiß ein ander muß sich hier zu schwach gestehn;<br />
Lisetten aber wird es stets nach willen gehn /<br />
Weil noch der frühling wird an ihrem leibe blühen /<br />
<br />
Die rosen / welche sie in ihren rock versetzt /<br />
Und diese lilien / die man vor wahre schätzt /<br />
Sind ihr von wange / halß / von brust und schoß geliehen. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: Als er des morgens von ihr Abschied nahm]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29363</link>
			<pubDate>Fri, 09 Feb 2024 08:22:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29363</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Als er des morgens von ihr Abschied nahm</span><br />
<br />
Bricht mir denn meine nacht mit hellem morgen an?<br />
Geht mir die sonne denn mit ihrem auffgang nieder?<br />
So ists: der harte schluß setzt meine freuden-lieder /<br />
In einen trauer-thon; ich bin schon auff der bahn /<br />
<br />
Die meinen matten fuß zum grabe führen kan /<br />
Ich traure nicht um mich noch meine freund und brüder;<br />
Nur dieses daß ich bald die schönheit deiner glieder<br />
Nicht weiter schauen soll / steckt meinen kummer an.<br />
<br />
O ungereimtes wort! daß ich zum himmel schickte /<br />
Als mir der feinde macht die hoffnung fast erstickte:<br />
Ich wünschte nur von dir Lisett' entfernt zu seyn.<br />
<br />
Itzt will sein harter schluß den wunsch erfüllet wissen /<br />
Ich soll die ungedult durch meinen abschied büssen /<br />
Ach träff auch nur mein wuntsch im wiedersehen ein!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Als er des morgens von ihr Abschied nahm</span><br />
<br />
Bricht mir denn meine nacht mit hellem morgen an?<br />
Geht mir die sonne denn mit ihrem auffgang nieder?<br />
So ists: der harte schluß setzt meine freuden-lieder /<br />
In einen trauer-thon; ich bin schon auff der bahn /<br />
<br />
Die meinen matten fuß zum grabe führen kan /<br />
Ich traure nicht um mich noch meine freund und brüder;<br />
Nur dieses daß ich bald die schönheit deiner glieder<br />
Nicht weiter schauen soll / steckt meinen kummer an.<br />
<br />
O ungereimtes wort! daß ich zum himmel schickte /<br />
Als mir der feinde macht die hoffnung fast erstickte:<br />
Ich wünschte nur von dir Lisett' entfernt zu seyn.<br />
<br />
Itzt will sein harter schluß den wunsch erfüllet wissen /<br />
Ich soll die ungedult durch meinen abschied büssen /<br />
Ach träff auch nur mein wuntsch im wiedersehen ein!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: Auff ihren mund]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29362</link>
			<pubDate>Wed, 07 Feb 2024 08:37:28 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29362</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auff ihren mund</span><br />
<br />
Gar recht! du bleibest doch ein unvergleichlich kind;<br />
Ich habe dich niemals ohn' uhrsach so genennet:<br />
Wer dich gesehen hat / und deinen nahmen kennet /<br />
Der findet meinen schluß mehr als zu wohl gegründet.<br />
<br />
Ich rühme nicht den geist / der tausend herzen bindt /<br />
Nicht wangen / nicht den halß / nicht wie dein auge brennet /<br />
Nicht dein schwarzbraunes haar / und was mir kaum vergönnet /<br />
Die alabaster brust / die nichts ihr gleiche findt /<br />
<br />
Nur der vollkomne mund soll hier alleine zeigen:<br />
Kan seine nettigkeit noch etwas grösser seyn?<br />
Vor seinem purpur muß sich aller purpur neigen /<br />
<br />
Sein angenehmer thon versüst die schwerste pein.<br />
Kurz: seine schönheit ist der rechte liebes-zunder /<br />
Und du Lisette wirst durch ihn zu einem wunder. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auff ihren mund</span><br />
<br />
Gar recht! du bleibest doch ein unvergleichlich kind;<br />
Ich habe dich niemals ohn' uhrsach so genennet:<br />
Wer dich gesehen hat / und deinen nahmen kennet /<br />
Der findet meinen schluß mehr als zu wohl gegründet.<br />
<br />
Ich rühme nicht den geist / der tausend herzen bindt /<br />
Nicht wangen / nicht den halß / nicht wie dein auge brennet /<br />
Nicht dein schwarzbraunes haar / und was mir kaum vergönnet /<br />
Die alabaster brust / die nichts ihr gleiche findt /<br />
<br />
Nur der vollkomne mund soll hier alleine zeigen:<br />
Kan seine nettigkeit noch etwas grösser seyn?<br />
Vor seinem purpur muß sich aller purpur neigen /<br />
<br />
Sein angenehmer thon versüst die schwerste pein.<br />
Kurz: seine schönheit ist der rechte liebes-zunder /<br />
Und du Lisette wirst durch ihn zu einem wunder. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: An eine Nonne]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29361</link>
			<pubDate>Mon, 05 Feb 2024 09:02:37 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29361</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An eine Nonne</span><br />
<br />
Darff sich was weltliches in deine zelle wagen?<br />
Darff wohl / O heilige / bey dir ein sünder stehn?<br />
Du pflegest sonsten zwar mit engeln umzugehn;<br />
Jedoch GOtt selber will sein hauß uns nicht versagen /<br />
<br />
Wann wir nur an die brust mit leyd und reue schlagen:<br />
Mich drückt der sünden-last; du wirst dein lob erhöhn /<br />
Woferne du mich läst bey dir zur beichte gehn;<br />
So laß dich doch um rath vor mein gewissen fragen /<br />
<br />
Du bist die Priesterin; dein leib ist mein Altar /<br />
Die beyden lichter drauff sind deiner augen paar;<br />
Der tempel aber selbst ist deine dunckle zelle /<br />
<br />
Ach sprich mich / heilige / von meinen sünden loß /<br />
Die straffe leg' ich dir ganz willig in die Schooß /<br />
Wo nicht / so bringet mich die schuld noch in die hölle. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An eine Nonne</span><br />
<br />
Darff sich was weltliches in deine zelle wagen?<br />
Darff wohl / O heilige / bey dir ein sünder stehn?<br />
Du pflegest sonsten zwar mit engeln umzugehn;<br />
Jedoch GOtt selber will sein hauß uns nicht versagen /<br />
<br />
Wann wir nur an die brust mit leyd und reue schlagen:<br />
Mich drückt der sünden-last; du wirst dein lob erhöhn /<br />
Woferne du mich läst bey dir zur beichte gehn;<br />
So laß dich doch um rath vor mein gewissen fragen /<br />
<br />
Du bist die Priesterin; dein leib ist mein Altar /<br />
Die beyden lichter drauff sind deiner augen paar;<br />
Der tempel aber selbst ist deine dunckle zelle /<br />
<br />
Ach sprich mich / heilige / von meinen sünden loß /<br />
Die straffe leg' ich dir ganz willig in die Schooß /<br />
Wo nicht / so bringet mich die schuld noch in die hölle. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: Auff die Dorilis]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29360</link>
			<pubDate>Sat, 03 Feb 2024 06:12:06 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29360</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auff die Dorilis</span><br />
<br />
Dein nahme ist mir zwar / du aber nicht bekandt /<br />
In dem dich Dälamon mir niemals zeigen wolte /<br />
Weil eyfersucht bey ihm mehr als die freundschafft golte<br />
Itzt strafft der himmel ihn durch ein entferntes land /<br />
<br />
Wird deine gegenwart ihm' unverhofft entwand.<br />
Ich weiß es / daß ein bach aus seinen augen rollte /<br />
Wie er den abschieds-kuß von dir empfangen solte;<br />
Ich weiß es / daß auch dir der schmerz die geister band;<br />
<br />
Allein der himmel läst sich dieses nicht erweichen /<br />
Es ist sein fester schluß: er will euch wermuth reichen /<br />
Nachdem ihr lange zeit den zucker habt geschmeckt;<br />
<br />
Ja Dälamon soll dich nicht eher wieder küssen /<br />
Biß daß er Saladin läst deine schönheit grüssen /<br />
Und biß kein eyfer mehr in seinem herzen steckt. <br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auff die Dorilis</span><br />
<br />
Dein nahme ist mir zwar / du aber nicht bekandt /<br />
In dem dich Dälamon mir niemals zeigen wolte /<br />
Weil eyfersucht bey ihm mehr als die freundschafft golte<br />
Itzt strafft der himmel ihn durch ein entferntes land /<br />
<br />
Wird deine gegenwart ihm' unverhofft entwand.<br />
Ich weiß es / daß ein bach aus seinen augen rollte /<br />
Wie er den abschieds-kuß von dir empfangen solte;<br />
Ich weiß es / daß auch dir der schmerz die geister band;<br />
<br />
Allein der himmel läst sich dieses nicht erweichen /<br />
Es ist sein fester schluß: er will euch wermuth reichen /<br />
Nachdem ihr lange zeit den zucker habt geschmeckt;<br />
<br />
Ja Dälamon soll dich nicht eher wieder küssen /<br />
Biß daß er Saladin läst deine schönheit grüssen /<br />
Und biß kein eyfer mehr in seinem herzen steckt. <br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Brochowska, Pauline von: Ich denke Dein! (4)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29397</link>
			<pubDate>Thu, 01 Feb 2024 09:31:17 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29397</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Pauline von Brochowska</span><br />
1795 - 1853<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich denke Dein!<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nachruf an Emilie H. zum vierten December</span></span><br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, senkt sich auf ros'gen Schwingen<br />
Der junge Lenz zur schlummernden Natur,<br />
Mit Blüthen schmückend Berg und Hain und Flur;<br />
Ein Dankesopfer ew'ger Huld zu bringen.<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Nachtigallen singen,<br />
Im Flötenton sich künden Liebesschwur,<br />
Wenn überall sich zeigt des Frühlings Spur<br />
Und Schneesblüthen aus dem Schleedorn dringen.<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn golden Phöbus strahlet<br />
Am Ulmenteich des Eises Rinde bricht,<br />
Sein hehres Bild in blauer Fluth sich malet<br />
<br />
Und Leben strömet aus des Lebens Licht.<br />
In Rosenschimmer sich die Wolken tauchen<br />
Und Erstlings-Veilchen Balsamdüfte hauchen.<br />
<br />
*<br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Sommerlüfte wehen,<br />
Aus grünen Saaten sich die Lerche schwingt,<br />
Im Glührothschein ihr frohes Liedchen singt,<br />
Und Thauestropfen auf den Halmen stehen.<br />
<br />
Selbst wenn zum Erntefest die Schnitter gehen,<br />
Zu muntern Tänzen sich die Jugend schlingt,<br />
Ein reicher Segen Landmann's Mühe winkt,<br />
Hörst Du um Trost in Trennungsnacht mich flehen.<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Myrth' und Lilie blühen,<br />
Der Schmetterling sich sonnt auf Wiesenpracht,<br />
Von Blumentriften heim die Heerden ziehen,<br />
<br />
Der Liebe Stern erglänzt in stiller Nacht.<br />
Bei fort und fort sich wechselnden Gestalten<br />
Wird stets im Herzen die Erinn'rung walten.<br />
<br />
*<br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn hin das Blumenleben -<br />
Im Garten einsam nur die Aster blüht,<br />
Durch's Stoppelfeld der kalte Herbstwind zieht,<br />
Die Schwalben fort zu wärmern Zonen schweben.<br />
<br />
Wenn fahle Blätter Wald und Flur umgeben,<br />
Im Bachus-Laub die goldne Traube glüht,<br />
Gedenk' ich Dein mit sehnendem Gemüth<br />
Möcht' Kunde Dir von meiner Liebe geben.<br />
<br />
Und wenn im Thal die Abendglocken hallen,<br />
Das müde Herz sich sehnt nach süßem Traum,<br />
Gleich Opferdüften fromme Hymnen wallen,<br />
<br />
Zu düstern Himmels sternbesä'tem Raum,<br />
Dann gläubig ich das Herz zum Vater lenke,<br />
Du bist es, deren betend ich gedenke.<br />
<br />
*<br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Silberflocken fallen,<br />
Und eisig um mich weht die Winterluft,<br />
Wenn längst erstorben süßer Blumenduft,<br />
Nicht Lieder mehr am Berge wiederhallen;<br />
<br />
Wenn weiße Schleier die Natur umwallen,<br />
Die ganze Gegend eine öde Gruft,<br />
Bis Frühlingshauch die Blüthen wieder ruft,<br />
Zum Maifest ziert der Erde Segens-Hallen.<br />
<br />
So werd' ich immer, immer Dein gedenken;<br />
Bei Lenzeskuß, bei Wintersturmes Wuth,<br />
Bis sie auch mich in's kühle Grab versenken,<br />
<br />
An Mutterbrust des Lebens Hülle ruht;<br />
Dann wirst Du lächelnd mir entgegenschweben,<br />
Mir Engels Kuß für treue Freundschaft geben.  <br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Pauline von Brochowska</span><br />
1795 - 1853<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich denke Dein!<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nachruf an Emilie H. zum vierten December</span></span><br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, senkt sich auf ros'gen Schwingen<br />
Der junge Lenz zur schlummernden Natur,<br />
Mit Blüthen schmückend Berg und Hain und Flur;<br />
Ein Dankesopfer ew'ger Huld zu bringen.<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Nachtigallen singen,<br />
Im Flötenton sich künden Liebesschwur,<br />
Wenn überall sich zeigt des Frühlings Spur<br />
Und Schneesblüthen aus dem Schleedorn dringen.<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn golden Phöbus strahlet<br />
Am Ulmenteich des Eises Rinde bricht,<br />
Sein hehres Bild in blauer Fluth sich malet<br />
<br />
Und Leben strömet aus des Lebens Licht.<br />
In Rosenschimmer sich die Wolken tauchen<br />
Und Erstlings-Veilchen Balsamdüfte hauchen.<br />
<br />
*<br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Sommerlüfte wehen,<br />
Aus grünen Saaten sich die Lerche schwingt,<br />
Im Glührothschein ihr frohes Liedchen singt,<br />
Und Thauestropfen auf den Halmen stehen.<br />
<br />
Selbst wenn zum Erntefest die Schnitter gehen,<br />
Zu muntern Tänzen sich die Jugend schlingt,<br />
Ein reicher Segen Landmann's Mühe winkt,<br />
Hörst Du um Trost in Trennungsnacht mich flehen.<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Myrth' und Lilie blühen,<br />
Der Schmetterling sich sonnt auf Wiesenpracht,<br />
Von Blumentriften heim die Heerden ziehen,<br />
<br />
Der Liebe Stern erglänzt in stiller Nacht.<br />
Bei fort und fort sich wechselnden Gestalten<br />
Wird stets im Herzen die Erinn'rung walten.<br />
<br />
*<br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn hin das Blumenleben -<br />
Im Garten einsam nur die Aster blüht,<br />
Durch's Stoppelfeld der kalte Herbstwind zieht,<br />
Die Schwalben fort zu wärmern Zonen schweben.<br />
<br />
Wenn fahle Blätter Wald und Flur umgeben,<br />
Im Bachus-Laub die goldne Traube glüht,<br />
Gedenk' ich Dein mit sehnendem Gemüth<br />
Möcht' Kunde Dir von meiner Liebe geben.<br />
<br />
Und wenn im Thal die Abendglocken hallen,<br />
Das müde Herz sich sehnt nach süßem Traum,<br />
Gleich Opferdüften fromme Hymnen wallen,<br />
<br />
Zu düstern Himmels sternbesä'tem Raum,<br />
Dann gläubig ich das Herz zum Vater lenke,<br />
Du bist es, deren betend ich gedenke.<br />
<br />
*<br />
<br />
<br />
Ich denke Dein, wenn Silberflocken fallen,<br />
Und eisig um mich weht die Winterluft,<br />
Wenn längst erstorben süßer Blumenduft,<br />
Nicht Lieder mehr am Berge wiederhallen;<br />
<br />
Wenn weiße Schleier die Natur umwallen,<br />
Die ganze Gegend eine öde Gruft,<br />
Bis Frühlingshauch die Blüthen wieder ruft,<br />
Zum Maifest ziert der Erde Segens-Hallen.<br />
<br />
So werd' ich immer, immer Dein gedenken;<br />
Bei Lenzeskuß, bei Wintersturmes Wuth,<br />
Bis sie auch mich in's kühle Grab versenken,<br />
<br />
An Mutterbrust des Lebens Hülle ruht;<br />
Dann wirst Du lächelnd mir entgegenschweben,<br />
Mir Engels Kuß für treue Freundschaft geben.  <br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burghart,  Christoph Gottehr: Die schöne Comödiantin]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29359</link>
			<pubDate>Thu, 01 Feb 2024 09:29:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=29359</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Die schöne Comödiantin</span><br />
<br />
Was rühmt sich Spanien mit seiner Calderone /<br />
In deren liebes-Garn ein grosser Philipp fällt?<br />
Hier ist Angelica so ihr die wage hält /<br />
Ein ungemeines bild / das eher einer crone<br />
<br />
Als jene würdig ist / ja auff dem liebes-throne<br />
Wird sie der Venus schon als Göttin zugesellt /<br />
Den Fürsten lieben sie die götter unsrer welt;<br />
Was will Angelica denn mehr zu ihrem lohne?<br />
<br />
Ha! werthes vaterland dein ruhm muß ewig stehn /<br />
Dann / wenn von uns sie wird in frembde länder gehn /<br />
So werden diese gar / doch aber falsch gedencken<br />
<br />
Daß sie Elysien der schönheit sonn' entwandt /<br />
Nein! es ist ein Comet / den wir euch zugesandt /<br />
Die sonnen pflegen wir nicht leichtlich wegzuschencken. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Christoph Gottehr Burghart</span><br />
1682 - 1745<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Die schöne Comödiantin</span><br />
<br />
Was rühmt sich Spanien mit seiner Calderone /<br />
In deren liebes-Garn ein grosser Philipp fällt?<br />
Hier ist Angelica so ihr die wage hält /<br />
Ein ungemeines bild / das eher einer crone<br />
<br />
Als jene würdig ist / ja auff dem liebes-throne<br />
Wird sie der Venus schon als Göttin zugesellt /<br />
Den Fürsten lieben sie die götter unsrer welt;<br />
Was will Angelica denn mehr zu ihrem lohne?<br />
<br />
Ha! werthes vaterland dein ruhm muß ewig stehn /<br />
Dann / wenn von uns sie wird in frembde länder gehn /<br />
So werden diese gar / doch aber falsch gedencken<br />
<br />
Daß sie Elysien der schönheit sonn' entwandt /<br />
Nein! es ist ein Comet / den wir euch zugesandt /<br />
Die sonnen pflegen wir nicht leichtlich wegzuschencken. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bottler, Joseph Eugen: An mein Ideal]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27545</link>
			<pubDate>Fri, 29 Dec 2023 09:00:33 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27545</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Eugen Bottler</span><br />
1812 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An mein Ideal.</span><br />
<br />
Wo` schwebest du mit leisen Sylphentritten, <br />
  Du längst, du heiß ersehntes Ideal? <br />
  Du holdes Mädchen, das mit Silberblüthen <br />
  Mir überwebt des Lebens Glutenstrahl ? <br />
<br />
Kann ich das rauhe Fatum nicht erbitten,<br />
Wird säuseln nie mir deiner Stimme Schall? <br />
Wird tödten den, der schon so lang gelitten, <br />
Des mir erfüllten Sehnens Folterqual ? <br />
<br />
So seys! Ich will wie eine Blume sinken, <br />
    Die, in des Felses dunkler Nacht verborgen <br />
    Getrunken nie den Schimmerhauch der Sonne! <br />
<br />
Wenn mir des schönern Lebens Pforten blinken, <br />
    Wirst du mir, wie des Lenzes heller Morgen, <br />
    Zur Seite steh'n am Quell der ewigen Wonne. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Eugen Bottler</span><br />
1812 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An mein Ideal.</span><br />
<br />
Wo` schwebest du mit leisen Sylphentritten, <br />
  Du längst, du heiß ersehntes Ideal? <br />
  Du holdes Mädchen, das mit Silberblüthen <br />
  Mir überwebt des Lebens Glutenstrahl ? <br />
<br />
Kann ich das rauhe Fatum nicht erbitten,<br />
Wird säuseln nie mir deiner Stimme Schall? <br />
Wird tödten den, der schon so lang gelitten, <br />
Des mir erfüllten Sehnens Folterqual ? <br />
<br />
So seys! Ich will wie eine Blume sinken, <br />
    Die, in des Felses dunkler Nacht verborgen <br />
    Getrunken nie den Schimmerhauch der Sonne! <br />
<br />
Wenn mir des schönern Lebens Pforten blinken, <br />
    Wirst du mir, wie des Lenzes heller Morgen, <br />
    Zur Seite steh'n am Quell der ewigen Wonne. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Boshart, Joseph: Die Wahrheit]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27541</link>
			<pubDate>Fri, 29 Dec 2023 09:00:09 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27541</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Boshart</span><br />
1811 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Wahrheit.<br />
</span><br />
Wes Odem weht, ein jeder muß empfinden,<br />
Welch Kraft die Wahrheit birgt und welche Ehre; <br />
Die Wahrheit siegt trotz Dolch und ehrner Wehre, <br />
Durchs Eisenhemd kann sie die Wege finden. <br />
<br />
Noch kein Verbrechen konnt sich ihr entwinden: <br />
    Die Busen preßt sie mit granitner Schwere, <br />
    Die Krone prangt sie aller Tugend Hehre; <br />
    Doch keine Seele mag sie je ergründen. <br />
<br />
Sie ist kein leeres, irriges Gebilde,<br />
Aus Dunst gebrütet in des Hirns Gefilde, <br />
Ein Donnerkeil schlägt sie die Lüge nieder. <br />
<br />
Der Cherubim mit rosigem Gefieder<br />
Umrauscht ihr Antlitz, und des Himmels Milde, <br />
Und Seraphim posaunt ihr seine Lieder. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Boshart</span><br />
1811 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Wahrheit.<br />
</span><br />
Wes Odem weht, ein jeder muß empfinden,<br />
Welch Kraft die Wahrheit birgt und welche Ehre; <br />
Die Wahrheit siegt trotz Dolch und ehrner Wehre, <br />
Durchs Eisenhemd kann sie die Wege finden. <br />
<br />
Noch kein Verbrechen konnt sich ihr entwinden: <br />
    Die Busen preßt sie mit granitner Schwere, <br />
    Die Krone prangt sie aller Tugend Hehre; <br />
    Doch keine Seele mag sie je ergründen. <br />
<br />
Sie ist kein leeres, irriges Gebilde,<br />
Aus Dunst gebrütet in des Hirns Gefilde, <br />
Ein Donnerkeil schlägt sie die Lüge nieder. <br />
<br />
Der Cherubim mit rosigem Gefieder<br />
Umrauscht ihr Antlitz, und des Himmels Milde, <br />
Und Seraphim posaunt ihr seine Lieder. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Boshart, Joseph: Malerei]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27542</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 01:31:38 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27542</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Boshart</span><br />
1811 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Malerei</span><br />
<br />
Wild tummelt sich der Schlachten graus Verlangen, <br />
  Es prangt die Eich' von vielgezacktem Laube, <br />
    Der Winzer stampft mit nacktem Fuß die Traube, <br />
  Am schroffen Fels sieht man die Geisen hangen. <br />
<br />
Ein leichter Schimmer deckt Marias Bangen, <br />
Sie blickt empor in reiner Unschuld Glaube; <br />
Stets bleibt der Ruhm frey vom Verwesungs-Staube, <br />
Den Raphael und Dürer sich errangen. <br />
<br />
Denn auf der Tafel glattem Luftgefild,<br />
Wo nur des Auges hohe Reize walten, <br />
Glänzt der Natur treuinnig holdes Bild. <br />
<br />
Ja, auf dem Lein da muß der Griffel schalten, <br />
  Da muß des Pinsels naße Kunst entfalten, <br />
  Wo seinem Schooß das Herrlichste entquillt. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Boshart</span><br />
1811 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Malerei</span><br />
<br />
Wild tummelt sich der Schlachten graus Verlangen, <br />
  Es prangt die Eich' von vielgezacktem Laube, <br />
    Der Winzer stampft mit nacktem Fuß die Traube, <br />
  Am schroffen Fels sieht man die Geisen hangen. <br />
<br />
Ein leichter Schimmer deckt Marias Bangen, <br />
Sie blickt empor in reiner Unschuld Glaube; <br />
Stets bleibt der Ruhm frey vom Verwesungs-Staube, <br />
Den Raphael und Dürer sich errangen. <br />
<br />
Denn auf der Tafel glattem Luftgefild,<br />
Wo nur des Auges hohe Reize walten, <br />
Glänzt der Natur treuinnig holdes Bild. <br />
<br />
Ja, auf dem Lein da muß der Griffel schalten, <br />
  Da muß des Pinsels naße Kunst entfalten, <br />
  Wo seinem Schooß das Herrlichste entquillt. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bottler, Joseph Eugen: Des Pilgers Heimath]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27544</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 01:31:09 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=27544</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Eugen Bottler</span><br />
1812 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Des Pilgers Heimath.</span><br />
<br />
Der Sonne Purpurschimmer war entschwunden, <br />
  Da kam der Pilger in sein Heimathland, <br />
  Wo er des Lebens goldne Stunden <br />
  Im Schooße hochgeliebter Eltern fand. <br />
<br />
Doch dieses Land, an das ihn einst gebunden. <br />
    Der schuldenreinen Freuden Rosenband, <br />
    Schlägt dem beraubten Herzen tiefe Wunden, <br />
  Zum Gruße beut sich keine traute Hand. <br />
<br />
Ach! Eltern, Freunde birgt das dunkle Grab, <br />
    Der schlaffen Hand entsinkt der Wanderstab, <br />
  Wer nimmt auch mir des Lebens Bürde ab? <br />
<br />
So seufzet er, von herbem Schmerz getroffen. <br />
Der höhern Heimath, deren Pfort' ihm offen <br />
Der Glaube hält, gehört sein sehnend Hoffen. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Eugen Bottler</span><br />
1812 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Des Pilgers Heimath.</span><br />
<br />
Der Sonne Purpurschimmer war entschwunden, <br />
  Da kam der Pilger in sein Heimathland, <br />
  Wo er des Lebens goldne Stunden <br />
  Im Schooße hochgeliebter Eltern fand. <br />
<br />
Doch dieses Land, an das ihn einst gebunden. <br />
    Der schuldenreinen Freuden Rosenband, <br />
    Schlägt dem beraubten Herzen tiefe Wunden, <br />
  Zum Gruße beut sich keine traute Hand. <br />
<br />
Ach! Eltern, Freunde birgt das dunkle Grab, <br />
    Der schlaffen Hand entsinkt der Wanderstab, <br />
  Wer nimmt auch mir des Lebens Bürde ab? <br />
<br />
So seufzet er, von herbem Schmerz getroffen. <br />
Der höhern Heimath, deren Pfort' ihm offen <br />
Der Glaube hält, gehört sein sehnend Hoffen. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burger, Jos. Friedrich: Das Schloß Greifenberg]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=25912</link>
			<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 11:33:46 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=25912</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Friedrich Burger</span><br />
1802 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Schloß Greifenberg<br />
am Ammersee</span><br />
<br />
<br />
Friedlich von des Hügels hohem Rücken<br />
Schaust du grüßend hin zur stillen Au,<br />
Und der Zinnen stolzer Riesenbau<br />
Lächelt jedem Auge mit Entzücken.<br />
<br />
Durch des Buchenwaldes grüne Lücken<br />
Blickt der Himmel nieder still und blau,<br />
Und des Westes Hauch, so sanft und lau,<br />
Küsst die Pappeln, die zur Sonne blicken.<br />
<br />
Stehe fest! - Ein Eden schon hienieden,<br />
Still beglückt durch Lieb', und Treu', und Frieden, -<br />
Bleib des deutschen Sinnes hohes Bild!<br />
<br />
Mag die Welt sich tausendfach gestalten,<br />
Dich beschirmt der Ahnen mächtig Walten,<br />
Das der edlen Sproßen Herz erfüllt. -<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Friedrich Burger</span><br />
1802 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Schloß Greifenberg<br />
am Ammersee</span><br />
<br />
<br />
Friedlich von des Hügels hohem Rücken<br />
Schaust du grüßend hin zur stillen Au,<br />
Und der Zinnen stolzer Riesenbau<br />
Lächelt jedem Auge mit Entzücken.<br />
<br />
Durch des Buchenwaldes grüne Lücken<br />
Blickt der Himmel nieder still und blau,<br />
Und des Westes Hauch, so sanft und lau,<br />
Küsst die Pappeln, die zur Sonne blicken.<br />
<br />
Stehe fest! - Ein Eden schon hienieden,<br />
Still beglückt durch Lieb', und Treu', und Frieden, -<br />
Bleib des deutschen Sinnes hohes Bild!<br />
<br />
Mag die Welt sich tausendfach gestalten,<br />
Dich beschirmt der Ahnen mächtig Walten,<br />
Das der edlen Sproßen Herz erfüllt. -<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burger, Jos. Friedrich: Die Gnadenkapelle zu Eresing]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=25911</link>
			<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 11:33:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=25911</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Friedrich Burger</span><br />
1802 - ?<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Die Gnadenkapelle zu Eresing</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">in der Nähe des Ammersees</span><br />
<br />
Still umblüht von moosbedeckten Linden,<br />
Die ihr schützend Dach dir freundlich weih'n,<br />
Siehst die Quelle du so silberrein<br />
In den schilfbekränzten See sich münden.<br />
<br />
Fliehend aus des Lebens Irrgewinden,<br />
Nur bei dir gehör' ich wieder mein,<br />
Kann aus Blumen von des Feldes Rain'<br />
Mir auf's Neue Hoffnungskränze binden.<br />
<br />
Ach ich möchte immer bei dir leben,<br />
Du vermagst den Frieden mir zu geben<br />
In das tief bewegte Herz zurück.<br />
<br />
Laß der Liebe jahrelangem Ringen<br />
Endlich auch den schönsten Sieg gelingen!<br />
Gib mit Lina mir mein höchstes Glück!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Joseph Friedrich Burger</span><br />
1802 - ?<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Die Gnadenkapelle zu Eresing</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">in der Nähe des Ammersees</span><br />
<br />
Still umblüht von moosbedeckten Linden,<br />
Die ihr schützend Dach dir freundlich weih'n,<br />
Siehst die Quelle du so silberrein<br />
In den schilfbekränzten See sich münden.<br />
<br />
Fliehend aus des Lebens Irrgewinden,<br />
Nur bei dir gehör' ich wieder mein,<br />
Kann aus Blumen von des Feldes Rain'<br />
Mir auf's Neue Hoffnungskränze binden.<br />
<br />
Ach ich möchte immer bei dir leben,<br />
Du vermagst den Frieden mir zu geben<br />
In das tief bewegte Herz zurück.<br />
<br />
Laß der Liebe jahrelangem Ringen<br />
Endlich auch den schönsten Sieg gelingen!<br />
Gib mit Lina mir mein höchstes Glück!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Brunnhofer, Hermann: Weltkriegssonette 1916]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=12658</link>
			<pubDate>Sun, 20 Apr 2014 11:49:02 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=12658</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Brunnhofer, Hermann </span><br />
1841-1916 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Weltkriegssonette 1916<br />
<br />
<br />
Auf England</span><br />
<br />
Der Handelsneid scheelsücht'ger Insulanen<br />
Trieb in den Weltkrieg, Deutschland zu verderben<br />
Und - oh der Schmach für ew'gen Ruhmes erben! -<br />
Scharwenzete bei Russen und Romanen.<br />
<br />
Doch heftet sich kein Sieg an ihre Fahnen,<br />
Denn Englands Glückspokal zersprang zu Scherben.<br />
Wie graunvoll brit'scher Söldner Massensterben,<br />
So ruhmvoll sind die Siege der Osmanen<br />
<br />
Trotz allen Prahleirei'n muß jetzt der Franze,<br />
Der Brite, Russe, Wäösche anerkennen,<br />
Wen in dem fürchterlichen waffentanze,<br />
<br />
In dem sie sämtlich ins Verderben rennen,<br />
Das Siegerrecht gebührt zum Lorbeerkranze<br />
Und wem zu flaggen ziemt und wem, zu flennen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Brunnhofer, Hermann </span><br />
1841-1916 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Weltkriegssonette 1916<br />
<br />
<br />
Auf England</span><br />
<br />
Der Handelsneid scheelsücht'ger Insulanen<br />
Trieb in den Weltkrieg, Deutschland zu verderben<br />
Und - oh der Schmach für ew'gen Ruhmes erben! -<br />
Scharwenzete bei Russen und Romanen.<br />
<br />
Doch heftet sich kein Sieg an ihre Fahnen,<br />
Denn Englands Glückspokal zersprang zu Scherben.<br />
Wie graunvoll brit'scher Söldner Massensterben,<br />
So ruhmvoll sind die Siege der Osmanen<br />
<br />
Trotz allen Prahleirei'n muß jetzt der Franze,<br />
Der Brite, Russe, Wäösche anerkennen,<br />
Wen in dem fürchterlichen waffentanze,<br />
<br />
In dem sie sämtlich ins Verderben rennen,<br />
Das Siegerrecht gebührt zum Lorbeerkranze<br />
Und wem zu flaggen ziemt und wem, zu flennen.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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