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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Markt und Marken]]></title>
		<link>https://sonett-forum.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-forum.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 05:19:19 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Präsent 20]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2217</link>
			<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 08:39:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2217</guid>
			<description><![CDATA[(Produktoffenbarung zum 20-jährigen Bestehen der DDR 1969)<br />
<br />
<br />
<br />
Zum zwanzigsten Geburtstag unsrer Republik<br />
sind wir im Überplan dank vielen Sonderschichten; <br />
wenn sämtliche Brigaden sich dazu verpflichten<br />
gibt’s Stoff für alle aus dem neuen Rundgestrick.<br />
<br />
Bei uns, wo ja das Volk herrscht und kein Friedrich Flick, <br />
muss kein Genosse mehr auf Rundgestrick verzichten,<br />
sodass wir freudig und in zeitgemäßem Chic <br />
dem Walter Ulbricht unsern Freundschaftsgruß entrichten. <br />
<br />
Was dort im Westen, bei der Herrschaft der Konzerne,<br />
das Volk nicht einmal ahnt und deshalb auch nicht kennt,<br />
das trägt bei uns selbst der Minister-Präsident –<br />
<br />
noch selbst im Urlaub und auf seiner Datsche gerne...<br />
Wenn wir die Produktion jetzt schnell nach oben fahren,<br />
wird sie versorgungswirksam werden (in fünf Jahren).<br />
<br />
<br />
<br />
Die Abbildung stammt aus dem Band "Wunderwirtschaft. DDR-Konsumkultur in den 60er Jahren, Köln 1996, S. 147<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=359" target="_blank" title="">Praesent.jpg</a> (Größe: 49,44 KB / Downloads: 2968)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[(Produktoffenbarung zum 20-jährigen Bestehen der DDR 1969)<br />
<br />
<br />
<br />
Zum zwanzigsten Geburtstag unsrer Republik<br />
sind wir im Überplan dank vielen Sonderschichten; <br />
wenn sämtliche Brigaden sich dazu verpflichten<br />
gibt’s Stoff für alle aus dem neuen Rundgestrick.<br />
<br />
Bei uns, wo ja das Volk herrscht und kein Friedrich Flick, <br />
muss kein Genosse mehr auf Rundgestrick verzichten,<br />
sodass wir freudig und in zeitgemäßem Chic <br />
dem Walter Ulbricht unsern Freundschaftsgruß entrichten. <br />
<br />
Was dort im Westen, bei der Herrschaft der Konzerne,<br />
das Volk nicht einmal ahnt und deshalb auch nicht kennt,<br />
das trägt bei uns selbst der Minister-Präsident –<br />
<br />
noch selbst im Urlaub und auf seiner Datsche gerne...<br />
Wenn wir die Produktion jetzt schnell nach oben fahren,<br />
wird sie versorgungswirksam werden (in fünf Jahren).<br />
<br />
<br />
<br />
Die Abbildung stammt aus dem Band "Wunderwirtschaft. DDR-Konsumkultur in den 60er Jahren, Köln 1996, S. 147<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Mello (1904)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2203</link>
			<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 17:31:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2203</guid>
			<description><![CDATA[Wir leben nur von dem, was wir verdauen! <br />
Schon häufiges Verdrücken unsrer Dämpfe<br />
ist Grund für mancherlei Schließmuskelkrämpfe.<br />
Die Folge? Alte Darminhalte stauen<br />
<br />
sich bald zurück, bis böse Gifte wüten,<br />
die gehen schließlich über in das Blut: <br />
dann droht Vergiftung durch Bakterien-Brut –<br />
Die Gasansammlung weise zu verhüten <br />
<br />
hilft jetzt dies kleine Röhrchen, nennt sich Mello:<br />
im After wird’s getragen und entfernt <br />
die Gase ganz geruchlos (pico bello).<br />
<br />
Ist es nicht Zeit, dass ihr es kennen lernt? <br />
„Der Menschheit Wohl heischt Offenheit:<br />
Durch Prüderie heilt man kein Leid.“<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=358" target="_blank" title="">mello366.jpg</a> (Größe: 398,47 KB / Downloads: 727)
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			<content:encoded><![CDATA[Wir leben nur von dem, was wir verdauen! <br />
Schon häufiges Verdrücken unsrer Dämpfe<br />
ist Grund für mancherlei Schließmuskelkrämpfe.<br />
Die Folge? Alte Darminhalte stauen<br />
<br />
sich bald zurück, bis böse Gifte wüten,<br />
die gehen schließlich über in das Blut: <br />
dann droht Vergiftung durch Bakterien-Brut –<br />
Die Gasansammlung weise zu verhüten <br />
<br />
hilft jetzt dies kleine Röhrchen, nennt sich Mello:<br />
im After wird’s getragen und entfernt <br />
die Gase ganz geruchlos (pico bello).<br />
<br />
Ist es nicht Zeit, dass ihr es kennen lernt? <br />
„Der Menschheit Wohl heischt Offenheit:<br />
Durch Prüderie heilt man kein Leid.“<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Goethe und der Patent-Bleistift (1828)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2051</link>
			<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 18:22:55 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2051</guid>
			<description><![CDATA[Es gibt von unserm Dichterfürsten nur<br />
sehr wenige Porträts – es sind kaum zehn.<br />
Hier macht er als Consumer fotogen<br />
für einen Markenbleistift die Figur.<br />
<br />
Noch wirkt sein Casting etwas ungelenk,<br />
da ist der Dieter Bohlen besser (grins).<br />
Was wird er sich ins Büchlein schreiben? Sind’s<br />
die Zahlungen der Bleistift-Firma? (denk!) <br />
<br />
Und hat der Unternehmer, der so warb,<br />
um sein Produkt weltweit berühmt zu machen, <br />
wie unser deutscher Kaufmannssohn gut lachen?<br />
<br />
Die Dichter jedenfalls war, bis er starb,<br />
versorgt durch eine Schreibgeräte-Quelle –<br />
da lehnt er lässig auf dem Kapitelle.<br />
<br />
Anmerkung: <br />
Bei der Abbildung handelt es sich um eine im Goethe-Haus in Weimar erstandene Kunstpostkarte (Stiftung Weimarer Klassik)<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=350" target="_blank" title="">patent bleistift.jpg</a> (Größe: 197,13 KB / Downloads: 1952)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gibt von unserm Dichterfürsten nur<br />
sehr wenige Porträts – es sind kaum zehn.<br />
Hier macht er als Consumer fotogen<br />
für einen Markenbleistift die Figur.<br />
<br />
Noch wirkt sein Casting etwas ungelenk,<br />
da ist der Dieter Bohlen besser (grins).<br />
Was wird er sich ins Büchlein schreiben? Sind’s<br />
die Zahlungen der Bleistift-Firma? (denk!) <br />
<br />
Und hat der Unternehmer, der so warb,<br />
um sein Produkt weltweit berühmt zu machen, <br />
wie unser deutscher Kaufmannssohn gut lachen?<br />
<br />
Die Dichter jedenfalls war, bis er starb,<br />
versorgt durch eine Schreibgeräte-Quelle –<br />
da lehnt er lässig auf dem Kapitelle.<br />
<br />
Anmerkung: <br />
Bei der Abbildung handelt es sich um eine im Goethe-Haus in Weimar erstandene Kunstpostkarte (Stiftung Weimarer Klassik)<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA["Königstiger" - der dritte (1997)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2041</link>
			<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 13:47:01 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=2041</guid>
			<description><![CDATA[sog. Raupenharvester und (Wald-) Vollernter <br />
<br />
<br />
So lasst uns fällen, Leute: diesen Wald,<br />
Douglasien, Nordmannstannen oder Fichten.<br />
Was unser Schwenkarm sich an Stämmen krallt,<br />
wird er zerlegt auf einen Holzberg schichten.<br />
<br />
Ganz lässig greifen wir uns Baum um Baum,<br />
im Raupenharvester, Typ "Königstiger",<br />
die Stundenbaumfällleistung ist ein Traum,<br />
schon ist der Hügel kahl, wir sind die Sieger.<br />
<br />
Ob Kiefern nah stehn oder auch entfernter,<br />
ob Tannen schlank sind oder korpulent,<br />
wir fällen, fällen wie vom andern Stern.<br />
<br />
Wir glauben es der Schweizer Firma gern:<br />
„Kein andrer heut’ erhältlicher Vollernter<br />
arbeitet derart schnell und effizient.” (Eigenwerbung des Herstellers)<br />
<br />
Anmerkung: Aus einem Testbericht der Bayrischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft 2000:<br />
„Der ‚Königstiger’ fällt die Bäume harvestertypisch. Die Fällrichtung kann der ‚Königstiger’ mit Hilfe seines Krans sogar bei einseitig beasteten Bäumen genau bestimmen. Im Zuge der Aufarbeitung wird der gefällte Baum komplett angehoben und in der Luft zur Rückegasse vorgeliefert bzw. in diese eingefädelt. Hierbei spielt der Raupen-Harvester seine enorme Hubkraft aus. Das ausgehaltene Langholz legt der Harvester hinter sich seitlich entlang der Rückegasse ab. Rückegassen können daher nur in einer Richtung befahren werden und sollten mindestens 4 m breit sein. Teilnutzholz, Standardlängen und Industrieholz werden am Rand der Rückegasse in Rauhbeigen abgelegt…. Der ‚Königstiger’ erreichte bei einem mittleren BHD (Baumholzdurchmesser ?) von 31 cm eine Leistung von etwa 24 Bäumen bzw. 21 Festmetern je Stunde…”<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=349" target="_blank" title="">raupenvollernter.jpg</a> (Größe: 115,7 KB / Downloads: 278)
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			<content:encoded><![CDATA[sog. Raupenharvester und (Wald-) Vollernter <br />
<br />
<br />
So lasst uns fällen, Leute: diesen Wald,<br />
Douglasien, Nordmannstannen oder Fichten.<br />
Was unser Schwenkarm sich an Stämmen krallt,<br />
wird er zerlegt auf einen Holzberg schichten.<br />
<br />
Ganz lässig greifen wir uns Baum um Baum,<br />
im Raupenharvester, Typ "Königstiger",<br />
die Stundenbaumfällleistung ist ein Traum,<br />
schon ist der Hügel kahl, wir sind die Sieger.<br />
<br />
Ob Kiefern nah stehn oder auch entfernter,<br />
ob Tannen schlank sind oder korpulent,<br />
wir fällen, fällen wie vom andern Stern.<br />
<br />
Wir glauben es der Schweizer Firma gern:<br />
„Kein andrer heut’ erhältlicher Vollernter<br />
arbeitet derart schnell und effizient.” (Eigenwerbung des Herstellers)<br />
<br />
Anmerkung: Aus einem Testbericht der Bayrischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft 2000:<br />
„Der ‚Königstiger’ fällt die Bäume harvestertypisch. Die Fällrichtung kann der ‚Königstiger’ mit Hilfe seines Krans sogar bei einseitig beasteten Bäumen genau bestimmen. Im Zuge der Aufarbeitung wird der gefällte Baum komplett angehoben und in der Luft zur Rückegasse vorgeliefert bzw. in diese eingefädelt. Hierbei spielt der Raupen-Harvester seine enorme Hubkraft aus. Das ausgehaltene Langholz legt der Harvester hinter sich seitlich entlang der Rückegasse ab. Rückegassen können daher nur in einer Richtung befahren werden und sollten mindestens 4 m breit sein. Teilnutzholz, Standardlängen und Industrieholz werden am Rand der Rückegasse in Rauhbeigen abgelegt…. Der ‚Königstiger’ erreichte bei einem mittleren BHD (Baumholzdurchmesser ?) von 31 cm eine Leistung von etwa 24 Bäumen bzw. 21 Festmetern je Stunde…”<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Thalysia-Edelformer (1954)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1954</link>
			<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 16:01:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1954</guid>
			<description><![CDATA[Der kluge Mensch verschafft sich Proportionen,<br />
die auch das andere Geschlecht begeistern.<br />
Geschickt die Körperformen zu bemeistern,<br />
das von Natur aus Schöne zu betonen<br />
<br />
wird sich für besonders für die Damen lohnen<br />
(wie sag ich’s nur charmant?..), die etwas feistern<br />
die gern ihr Problematisches verkleistern<br />
und etwas voller sind in manchen Zonen.<br />
<br />
Jetzt hilft, was stärker ist als die Natur,<br />
was sich stets ausdehnt, in der Form zu halten:<br />
Thalysia-Mieder mit den Urgewalten<br />
<br />
verleihn dem äußren Menschen die Figur<br />
von früher und dem innren Menschen geben  <br />
sie frische Spannkraft und ein neues Leben.<br />
<br />
<br />
Anmerkung: <br />
Aus dem Original-Anzeigetext von 1954: „Kein Grund zur Aufregung, meine Damen, auch wenn ihr Körper beginnt, sich selbständig zu machen! Sie können trotzdem begehrenswert und schön bleiben – allerdings muss das Formgebende stärker sein als der Ausdehnungsdrang von innen, sonst drückt sich alles durch. Tragen sie also einen Thalysia-Edelformer.“ Er erst „verleiht dem äußeren Menschen eine makellose Silhouette und dem inneren Menschen neue Spannkraft und Frische.“<br />
<br />
<br />
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<br />
Mehr Hintergründe zum Thema und zur deutschen Werbe- und Konsumgeschichte<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940</a><br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=343" target="_blank" title="">thalysia128.jpg</a> (Größe: 221,61 KB / Downloads: 2685)
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			<content:encoded><![CDATA[Der kluge Mensch verschafft sich Proportionen,<br />
die auch das andere Geschlecht begeistern.<br />
Geschickt die Körperformen zu bemeistern,<br />
das von Natur aus Schöne zu betonen<br />
<br />
wird sich für besonders für die Damen lohnen<br />
(wie sag ich’s nur charmant?..), die etwas feistern<br />
die gern ihr Problematisches verkleistern<br />
und etwas voller sind in manchen Zonen.<br />
<br />
Jetzt hilft, was stärker ist als die Natur,<br />
was sich stets ausdehnt, in der Form zu halten:<br />
Thalysia-Mieder mit den Urgewalten<br />
<br />
verleihn dem äußren Menschen die Figur<br />
von früher und dem innren Menschen geben  <br />
sie frische Spannkraft und ein neues Leben.<br />
<br />
<br />
Anmerkung: <br />
Aus dem Original-Anzeigetext von 1954: „Kein Grund zur Aufregung, meine Damen, auch wenn ihr Körper beginnt, sich selbständig zu machen! Sie können trotzdem begehrenswert und schön bleiben – allerdings muss das Formgebende stärker sein als der Ausdehnungsdrang von innen, sonst drückt sich alles durch. Tragen sie also einen Thalysia-Edelformer.“ Er erst „verleiht dem äußeren Menschen eine makellose Silhouette und dem inneren Menschen neue Spannkraft und Frische.“<br />
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Mehr Hintergründe zum Thema und zur deutschen Werbe- und Konsumgeschichte<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940</a><br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der kleine Trommler (1935)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1951</link>
			<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 14:22:09 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1951</guid>
			<description><![CDATA[Der kleine Trommler läuft im frischen Schritt,<br />
ein stolzer Oskar, deutsch und kerngesund.<br />
Wie strahlt der Pimpf dich an, wie lacht sein Mund!<br />
Wann wanderst du in solchen Schuhen mit?<br />
<br />
Dann könntet ihr zusammen wandern. Nein,<br />
wenn ihr schon zwei seid, könnt ihr gleich marschieren!<br />
Er schlägt den Takt vor, und das wird dich führen:<br />
so kommt ihr von den Alpen bis zum Rhein.<br />
<br />
Die Schuhe, euer deutsches Fabrikat,<br />
sie passen gut, sie halten bis Paris,<br />
da sind die Mädchen scharf, die Nächte süß...<br />
<br />
Doch halt! Was führt der Trommler jetzt im Schild?<br />
beschleunigt seinen Schritt, läuft aus dem Bild<br />
in Gegenrichtung bis nach Stalingrad...<br />
<br />
Mehr Hintergrundimformationen zum Thema in Ilgen/Schindelbeck: Am Anfang war die Litfasssäule. Illustrierte deutsche Konsumgeschichte, Darmstadt 2006<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=342" target="_blank" title="">schindelbeck-trommler.jpg</a> (Größe: 213,39 KB / Downloads: 5505)
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			<content:encoded><![CDATA[Der kleine Trommler läuft im frischen Schritt,<br />
ein stolzer Oskar, deutsch und kerngesund.<br />
Wie strahlt der Pimpf dich an, wie lacht sein Mund!<br />
Wann wanderst du in solchen Schuhen mit?<br />
<br />
Dann könntet ihr zusammen wandern. Nein,<br />
wenn ihr schon zwei seid, könnt ihr gleich marschieren!<br />
Er schlägt den Takt vor, und das wird dich führen:<br />
so kommt ihr von den Alpen bis zum Rhein.<br />
<br />
Die Schuhe, euer deutsches Fabrikat,<br />
sie passen gut, sie halten bis Paris,<br />
da sind die Mädchen scharf, die Nächte süß...<br />
<br />
Doch halt! Was führt der Trommler jetzt im Schild?<br />
beschleunigt seinen Schritt, läuft aus dem Bild<br />
in Gegenrichtung bis nach Stalingrad...<br />
<br />
Mehr Hintergrundimformationen zum Thema in Ilgen/Schindelbeck: Am Anfang war die Litfasssäule. Illustrierte deutsche Konsumgeschichte, Darmstadt 2006<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Nusskanne (1979)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1945</link>
			<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 14:01:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1945</guid>
			<description><![CDATA[ein Requiem<br />
<br />
Bilder unter <a href="http://www.nusskanne.de" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.nusskanne.de</a><br />
<br />
Sie galt als Priesterin gehobner Tischkultur,<br />
die uns Hygienestandards definierte,<br />
und jene, die in Erdnussschalen ihre Spur<br />
von Fingern hinterließen, rasch kurierte!<br />
<br />
Wenn sich aus ihrem Bauch den letzten Spießern<br />
ein Schwall von Flips ergoss und Erdnusskernen,<br />
war sie der Anfang vom sozialen Lernen,<br />
verwandelte Genossen zu Genießern.<br />
<br />
Du gabst uns, was wir brauchten: Stil, Geschmack.<br />
Doch wir Banausen, ja wir dumpfes Pack<br />
vergaßen dich, benutzten dich höchst selten.<br />
<br />
Nusskanne! Herrliche! In unsere Party-Welten<br />
drangst du nie ein und bliebst schon bald im Schrank: <br />
So nimm nun dies Gedicht als letzten Dank.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ein Requiem<br />
<br />
Bilder unter <a href="http://www.nusskanne.de" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.nusskanne.de</a><br />
<br />
Sie galt als Priesterin gehobner Tischkultur,<br />
die uns Hygienestandards definierte,<br />
und jene, die in Erdnussschalen ihre Spur<br />
von Fingern hinterließen, rasch kurierte!<br />
<br />
Wenn sich aus ihrem Bauch den letzten Spießern<br />
ein Schwall von Flips ergoss und Erdnusskernen,<br />
war sie der Anfang vom sozialen Lernen,<br />
verwandelte Genossen zu Genießern.<br />
<br />
Du gabst uns, was wir brauchten: Stil, Geschmack.<br />
Doch wir Banausen, ja wir dumpfes Pack<br />
vergaßen dich, benutzten dich höchst selten.<br />
<br />
Nusskanne! Herrliche! In unsere Party-Welten<br />
drangst du nie ein und bliebst schon bald im Schrank: <br />
So nimm nun dies Gedicht als letzten Dank.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wenn Doktor Unblutig (sich) empfiehlt... (1924)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1937</link>
			<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 08:40:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1937</guid>
			<description><![CDATA[Gestatten, Doktor med. Unblutig. Ja, der Name<br />
ist schon Programm. Da lass ich mich nicht lumpen.<br />
Was sieht mein Auge da für Riesenklumpen<br />
an Ihren Füßen? Hühneraugen, werte Dame,<br />
<br />
entfernt der kluge Arzt nicht mit dem Messer<br />
dagegen hilft doch längst das wundersame<br />
bewährte Kukirol – ganz schmerzlos und viel besser:<br />
Hier spricht der Fortschritt wahr aus der Reklame.<br />
<br />
Die Kukirolfabrik Kurt Krisp in Magdeburg<br />
erspart auch Ihnen jetzt den Haus-Chirurg:<br />
Mit Millionen Hühneraugen ist jetzt Schluß: <br />
<br />
Kein andres Mittel wird an Kukirol je reichen –<br />
doch nur in Apotheken mit dem Zeichen<br />
des Hahnenkopfs auf blutverschmierten Fuß. <br />
<br />
<br />
Historische Hintergründe zur Werbefigur des Dr. Unblutig<br />
<a href="http://www.Dirk-Schindelbeck.de/archives/5719" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.Dirk-Schindelbeck.de/archives/5719</a><br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=341" target="_blank" title="">kukirol104.jpg</a> (Größe: 33,96 KB / Downloads: 837)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Gestatten, Doktor med. Unblutig. Ja, der Name<br />
ist schon Programm. Da lass ich mich nicht lumpen.<br />
Was sieht mein Auge da für Riesenklumpen<br />
an Ihren Füßen? Hühneraugen, werte Dame,<br />
<br />
entfernt der kluge Arzt nicht mit dem Messer<br />
dagegen hilft doch längst das wundersame<br />
bewährte Kukirol – ganz schmerzlos und viel besser:<br />
Hier spricht der Fortschritt wahr aus der Reklame.<br />
<br />
Die Kukirolfabrik Kurt Krisp in Magdeburg<br />
erspart auch Ihnen jetzt den Haus-Chirurg:<br />
Mit Millionen Hühneraugen ist jetzt Schluß: <br />
<br />
Kein andres Mittel wird an Kukirol je reichen –<br />
doch nur in Apotheken mit dem Zeichen<br />
des Hahnenkopfs auf blutverschmierten Fuß. <br />
<br />
<br />
Historische Hintergründe zur Werbefigur des Dr. Unblutig<br />
<a href="http://www.Dirk-Schindelbeck.de/archives/5719" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.Dirk-Schindelbeck.de/archives/5719</a><br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wenn einem seine Nase nicht gefällt]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1462</link>
			<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 08:09:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1462</guid>
			<description><![CDATA[Wenn einem seine Nase nicht gefällt..<br />
Zello, der Nasenformer (1905)<br />
<br />
<br />
<br />
Hakennasen, Sattelnasen,<br />
Nasen krumm und Nasen breit,<br />
Nasen voller Pickligkeit,<br />
Nasen wie verkehrte Vasen,<br />
<br />
Nasen, die die Flügel blähen,<br />
Nasen in Kartoffelformen,<br />
Nasen, die in ganz enormen<br />
Zinken im Gesichte stehen:<br />
<br />
Alle solche Nasenmakel<br />
macht der Zello schnell vergessen:<br />
Trägt man nachts ihn im Gesicht,<br />
<br />
sieht man morgens ein Mirakel<br />
(dank gepolsterten Kompressen) –<br />
nur bei Knochenfehlern nicht.<br />
<br />
<br />
<br />
Vgl. hierzu: Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: Am Anfang war die Litfasssäule, Darmstadt 2006, S. 36<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=279" target="_blank" title="">zello124.jpg</a> (Größe: 306,76 KB / Downloads: 448)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn einem seine Nase nicht gefällt..<br />
Zello, der Nasenformer (1905)<br />
<br />
<br />
<br />
Hakennasen, Sattelnasen,<br />
Nasen krumm und Nasen breit,<br />
Nasen voller Pickligkeit,<br />
Nasen wie verkehrte Vasen,<br />
<br />
Nasen, die die Flügel blähen,<br />
Nasen in Kartoffelformen,<br />
Nasen, die in ganz enormen<br />
Zinken im Gesichte stehen:<br />
<br />
Alle solche Nasenmakel<br />
macht der Zello schnell vergessen:<br />
Trägt man nachts ihn im Gesicht,<br />
<br />
sieht man morgens ein Mirakel<br />
(dank gepolsterten Kompressen) –<br />
nur bei Knochenfehlern nicht.<br />
<br />
<br />
<br />
Vgl. hierzu: Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: Am Anfang war die Litfasssäule, Darmstadt 2006, S. 36<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=279" target="_blank" title="">zello124.jpg</a> (Größe: 306,76 KB / Downloads: 448)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das „diskrete Embonpoint“ – Pilules Orientales (1905)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1421</link>
			<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 15:23:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1421</guid>
			<description><![CDATA[Das „diskrete Embonpoint“ –<br />
Pilules Orientales (1905)<br />
<br />
<br />
<br />
Schönheit des Busens ist ein Frauen-Reiz,<br />
bei der sich die Natur nicht oft verschwendet.<br />
Doch gibt’s ein Mittel, das sie ihrerseits <br />
jetzt zwingt, nicht so zu kargen. Angewendet<br />
<br />
wird dies von Damen in Paris seit Jahren.<br />
Erfunden von Monsieur Ratie, sind die Pilules<br />
Orientales ein patentiertes Heilverfahren<br />
mit Wirkung auf das kleinste Nahrungs-Molekül:<br />
<br />
Dies wandeln sie in plastische Substanzen, <br />
die das Gewebe festigen und sich im ganzen<br />
Bereich der Büste sammeln und sie formen.<br />
<br />
Dies hören alle Damen mit Vergnügen, scheint’s,<br />
wenn sich auch ihre Brüste heben zu enormen<br />
konkreten und diskreten Embonpoints.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=275" target="_blank" title="">pilules089.jpg</a> (Größe: 90,07 KB / Downloads: 435)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das „diskrete Embonpoint“ –<br />
Pilules Orientales (1905)<br />
<br />
<br />
<br />
Schönheit des Busens ist ein Frauen-Reiz,<br />
bei der sich die Natur nicht oft verschwendet.<br />
Doch gibt’s ein Mittel, das sie ihrerseits <br />
jetzt zwingt, nicht so zu kargen. Angewendet<br />
<br />
wird dies von Damen in Paris seit Jahren.<br />
Erfunden von Monsieur Ratie, sind die Pilules<br />
Orientales ein patentiertes Heilverfahren<br />
mit Wirkung auf das kleinste Nahrungs-Molekül:<br />
<br />
Dies wandeln sie in plastische Substanzen, <br />
die das Gewebe festigen und sich im ganzen<br />
Bereich der Büste sammeln und sie formen.<br />
<br />
Dies hören alle Damen mit Vergnügen, scheint’s,<br />
wenn sich auch ihre Brüste heben zu enormen<br />
konkreten und diskreten Embonpoints.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=275" target="_blank" title="">pilules089.jpg</a> (Größe: 90,07 KB / Downloads: 435)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Neue Märkte]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1402</link>
			<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 01:20:14 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1402</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Neue Märkte</span><br />
<br />
<br />
Es war auf der Entwicklerkonferenz:<br />
Als ich die Kohlensäure sprudeln seh'<br />
im Tafelwasser, kommt mir die Idee;<br />
bestechend Markt- und Klimaeffizienz.<br />
<br />
Betrachten wir, was bisher nur verpufft<br />
als Rohstoff. - Dieser Vorschlag hat Genie!<br />
Wir wär'n die Avantgarde der Industrie,<br />
die Vorreiter zur Reinhaltung der Luft.<br />
<br />
...was auch konkret, was in die Kasse brächte:<br />
wir bräuchten keine Fremdverschmutzungsrechte.<br />
Im Kleinen testen wir die Akzeptanz:<br />
Ein Freigetränk für unsre Selbstabholer.<br />
Als Umweltengel stünden wir im Glanz<br />
und jeder Reifen wirbt für Conti-Cola.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Neue Märkte</span><br />
<br />
<br />
Es war auf der Entwicklerkonferenz:<br />
Als ich die Kohlensäure sprudeln seh'<br />
im Tafelwasser, kommt mir die Idee;<br />
bestechend Markt- und Klimaeffizienz.<br />
<br />
Betrachten wir, was bisher nur verpufft<br />
als Rohstoff. - Dieser Vorschlag hat Genie!<br />
Wir wär'n die Avantgarde der Industrie,<br />
die Vorreiter zur Reinhaltung der Luft.<br />
<br />
...was auch konkret, was in die Kasse brächte:<br />
wir bräuchten keine Fremdverschmutzungsrechte.<br />
Im Kleinen testen wir die Akzeptanz:<br />
Ein Freigetränk für unsre Selbstabholer.<br />
Als Umweltengel stünden wir im Glanz<br />
und jeder Reifen wirbt für Conti-Cola.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Prym, der Zukunftdruckknopf (1908)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1374</link>
			<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 14:08:27 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1374</guid>
			<description><![CDATA[Prym, der Zukunftdruckknopf<br />
<br />
<br />
<br />
Ein Kleidungsstück diskret und gut zu schließen,<br />
war einst bei unsern Ahnen ein Problem;<br />
beim Sonntagskirchgang zeigte sich’s, indem <br />
der Knopf, die Öse leicht an Grenzen stießen,<br />
<br />
ja platzten und sich nie mehr schließen ließen,<br />
gleich fuhr der Wind ins Hemd unangenehm - <br />
doch da erschien der Druckknopf mit System, <br />
ein Mann mit Namen Prym erfand uns diesen.<br />
<br />
Der Zukunft-Druckknopf wurde er genannt,<br />
bot Schließkomfort in allen Kleidungsfragen. <br />
Wie konnte man befreit den Kirchgang wagen!  <br />
<br />
Seit damals schließt und öffnet uns der Stahl<br />
federnd und zart und viel Millionen Mal <br />
im Dauereinsatz selbst manch’ Festgewand.<br />
<br />
<br />
<br />
Bei der Abbildung handelt es sich um eine sogenannte Reklamemarke von der Größe einer Briefmarke. Diese waren zwischen 1900 und 1914 ein sehr beliebtes Werbemittel.<br />
Mehr zum Thema in: Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: Am Anfang war die Litfaßsäule. Illustrierte deutsche Reklamegeschichte, Darmstadt 2006.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=272" target="_blank" title="">Schindelbeck_Prym_96.jpg</a> (Größe: 52,42 KB / Downloads: 214)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Prym, der Zukunftdruckknopf<br />
<br />
<br />
<br />
Ein Kleidungsstück diskret und gut zu schließen,<br />
war einst bei unsern Ahnen ein Problem;<br />
beim Sonntagskirchgang zeigte sich’s, indem <br />
der Knopf, die Öse leicht an Grenzen stießen,<br />
<br />
ja platzten und sich nie mehr schließen ließen,<br />
gleich fuhr der Wind ins Hemd unangenehm - <br />
doch da erschien der Druckknopf mit System, <br />
ein Mann mit Namen Prym erfand uns diesen.<br />
<br />
Der Zukunft-Druckknopf wurde er genannt,<br />
bot Schließkomfort in allen Kleidungsfragen. <br />
Wie konnte man befreit den Kirchgang wagen!  <br />
<br />
Seit damals schließt und öffnet uns der Stahl<br />
federnd und zart und viel Millionen Mal <br />
im Dauereinsatz selbst manch’ Festgewand.<br />
<br />
<br />
<br />
Bei der Abbildung handelt es sich um eine sogenannte Reklamemarke von der Größe einer Briefmarke. Diese waren zwischen 1900 und 1914 ein sehr beliebtes Werbemittel.<br />
Mehr zum Thema in: Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: Am Anfang war die Litfaßsäule. Illustrierte deutsche Reklamegeschichte, Darmstadt 2006.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
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<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Glücksklee oder Der Nährwert (1958)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1371</link>
			<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 17:25:07 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1371</guid>
			<description><![CDATA[Glücksklee oder<br />
Der Nährwert (1958)<br />
<br />
<br />
<br />
...ja Glücksklee, Glücksklee war’s. Nichts konnte stoppen<br />
die Nährwert-Bombe: Dickes von der Milch! <br />
(„Verhütet den rachitisch-schlappen Knilch!“)<br />
So wurden wir zu feisten Wonneproppen.<br />
<br />
Wenn Mutter im geblümten Overall<br />
die Dosenmilch in cremig-weißem Schwall,<br />
auf Wackelpudding goss und rote Grütze,<br />
klebte im Teller zäh die süße Pfütze. <br />
<br />
„Evaporiert“ – das Zauberwort der Zeit!<br />
Verdampftes Wasser, schieres Konzentrat!<br />
Wohl dem, der so viel Nährwert in sich hat!<br />
<br />
Wohl dem, der endlich ohne Futterneid! <br />
Die ganz Welt ward Nachtisch, süß und heiter<br />
uns kleinen Junkies an dem Doseneuter...<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=263" target="_blank" title="">gluecksklee021.jpg</a> (Größe: 342,28 KB / Downloads: 263)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Glücksklee oder<br />
Der Nährwert (1958)<br />
<br />
<br />
<br />
...ja Glücksklee, Glücksklee war’s. Nichts konnte stoppen<br />
die Nährwert-Bombe: Dickes von der Milch! <br />
(„Verhütet den rachitisch-schlappen Knilch!“)<br />
So wurden wir zu feisten Wonneproppen.<br />
<br />
Wenn Mutter im geblümten Overall<br />
die Dosenmilch in cremig-weißem Schwall,<br />
auf Wackelpudding goss und rote Grütze,<br />
klebte im Teller zäh die süße Pfütze. <br />
<br />
„Evaporiert“ – das Zauberwort der Zeit!<br />
Verdampftes Wasser, schieres Konzentrat!<br />
Wohl dem, der so viel Nährwert in sich hat!<br />
<br />
Wohl dem, der endlich ohne Futterneid! <br />
Die ganz Welt ward Nachtisch, süß und heiter<br />
uns kleinen Junkies an dem Doseneuter...<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
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<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Enten sinken – in Pril entspanntem Wasser (1954)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1370</link>
			<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 15:12:08 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1370</guid>
			<description><![CDATA[Enten sinken –<br />
in Pril entspanntem Wasser (1954)<br />
<br />
<br />
<br />
Heut zeigen wir, verehrtes Publikum,<br />
die Wirkung des von Pril entspannten Wassers.<br />
Es wurd’ zuvor in dies Aquarium,<br />
ein Löffel Pril (nach Kenntnis des Verfassers)<br />
<br />
gegeben. Jetzt erscheint der Kandidat:<br />
Die Ente ahnt noch längst nicht, was ihr blüht,<br />
was sie wie magisch bald nach unten zieht, <br />
als ob sie Blei an ihren Füßen hat.  <br />
<br />
Sie sinkt, sie sinkt noch tiefer in das Wasser,<br />
So wirkt nur Pril, denn Pril ist ja viel nasser,<br />
dass es sich unter jeden Fettfilm schiebt,<br />
<br />
was hier bewiesen wurde und wir loben. <br />
Die Ente staunt nur, dass es sowas gibt –<br />
sie hatte doch geglaubt, ihr Fett schwimmt oben.<br />
<br />
<br />
<br />
Anmerkung:<br />
<br />
Die Anzeige „Enten sinken..“ aus dem Jahr 1954 rief seinerzeit noch keine Tierschützer auf den Plan. Man war wohl noch zu sehr mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Der „wissenschaftliche“ Versuch muss sich aber ins Unterbewusstsein der Bundesbürger tief eingegraben haben: Bis in die siebziger Jahre hinein blieb Pril Marktführer bei den Handspülmitteln. Mit der zunehmenden Ausstattung der Haushalte mit Geschirrspülautomaten seit den achtziger Jahren schwand die Bedeutung der Handspülmittel rapide.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=262" target="_blank" title="">ente976.jpg</a> (Größe: 267,79 KB / Downloads: 569)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Enten sinken –<br />
in Pril entspanntem Wasser (1954)<br />
<br />
<br />
<br />
Heut zeigen wir, verehrtes Publikum,<br />
die Wirkung des von Pril entspannten Wassers.<br />
Es wurd’ zuvor in dies Aquarium,<br />
ein Löffel Pril (nach Kenntnis des Verfassers)<br />
<br />
gegeben. Jetzt erscheint der Kandidat:<br />
Die Ente ahnt noch längst nicht, was ihr blüht,<br />
was sie wie magisch bald nach unten zieht, <br />
als ob sie Blei an ihren Füßen hat.  <br />
<br />
Sie sinkt, sie sinkt noch tiefer in das Wasser,<br />
So wirkt nur Pril, denn Pril ist ja viel nasser,<br />
dass es sich unter jeden Fettfilm schiebt,<br />
<br />
was hier bewiesen wurde und wir loben. <br />
Die Ente staunt nur, dass es sowas gibt –<br />
sie hatte doch geglaubt, ihr Fett schwimmt oben.<br />
<br />
<br />
<br />
Anmerkung:<br />
<br />
Die Anzeige „Enten sinken..“ aus dem Jahr 1954 rief seinerzeit noch keine Tierschützer auf den Plan. Man war wohl noch zu sehr mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Der „wissenschaftliche“ Versuch muss sich aber ins Unterbewusstsein der Bundesbürger tief eingegraben haben: Bis in die siebziger Jahre hinein blieb Pril Marktführer bei den Handspülmitteln. Mit der zunehmenden Ausstattung der Haushalte mit Geschirrspülautomaten seit den achtziger Jahren schwand die Bedeutung der Handspülmittel rapide.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-forum.de/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=262" target="_blank" title="">ente976.jpg</a> (Größe: 267,79 KB / Downloads: 569)
<!-- end: postbit_attachments_attachment -->]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[schreIBMaschine (1980)]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1358</link>
			<pubDate>Wed, 31 Dec 2008 13:22:17 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=1358</guid>
			<description><![CDATA[schreIBMaschine<br />
oder: wie Werbung kommuniziert<br />
(Hommage an Michael Schirner)<br />
<br />
<br />
innovativ! puristisch! radikal!<br />
die kommunikation: allein konkret.<br />
das pictogramm: ver-zeichnet: was da steht: <br />
das zeichen selbst. als geste. als fanal.<br />
<br />
nichts mehr von sätzen. alles material<br />
figur und element: vom alphabet.<br />
das zeigt was ist. was jeder gleich versteht.<br />
form follows function. radikal total.<br />
<br />
musik von zukunft. kompromisslos. nackt.<br />
galvanisch zuckend. aus dem zeichenbrei.<br />
impuls im hirn. blitzartig erst. abstrakt.<br />
<br />
dann explosion. wie von dem sekt der pfropf. <br />
auf einmal klare sicht. ein-bildung frei: <br />
und auf der netzhaut steht der kugelkopf.<br />
<br />
<br />
<br />
Anmerkung:<br />
<br />
In den 70er und 80er Jahren galt Michael Schirner (heute Kunst-Professor in Karlsruhe) als "der" Werbeguru in der Bundesrepublik. Noch heute sind viele seiner Kampagnen (z.B. „Ich trinke Jägermeister, weil...“) im kollektiven Gedächtnis tief verankert. In seinem Buch „Werbung ist Kunst“ von 1988 hat er seine ästhetische Strategie, eine Werbekampagne anzugehen, dargestellt. Sie beruhte auf dem Prinzip der Reduktion (was stets Komprimierung implizierte). Berühmt geworden ist seine aus einem einzigen Wort nach dem Muster der Konkreten Poesie entwickelte Printanzeige schreIBMaschine.  <br />
<br />
In prädigitaler Zeit galt der abgebildete Kugelkopf der IBM-Schreibmaschine als innovative Meisterleistung im Bereich der Bürotechnik.<br />
<br />
Vgl. auch Dirk Schindelbeck: Marken, Moden und Kampagnen, Darmstadt 2003.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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			<content:encoded><![CDATA[schreIBMaschine<br />
oder: wie Werbung kommuniziert<br />
(Hommage an Michael Schirner)<br />
<br />
<br />
innovativ! puristisch! radikal!<br />
die kommunikation: allein konkret.<br />
das pictogramm: ver-zeichnet: was da steht: <br />
das zeichen selbst. als geste. als fanal.<br />
<br />
nichts mehr von sätzen. alles material<br />
figur und element: vom alphabet.<br />
das zeigt was ist. was jeder gleich versteht.<br />
form follows function. radikal total.<br />
<br />
musik von zukunft. kompromisslos. nackt.<br />
galvanisch zuckend. aus dem zeichenbrei.<br />
impuls im hirn. blitzartig erst. abstrakt.<br />
<br />
dann explosion. wie von dem sekt der pfropf. <br />
auf einmal klare sicht. ein-bildung frei: <br />
und auf der netzhaut steht der kugelkopf.<br />
<br />
<br />
<br />
Anmerkung:<br />
<br />
In den 70er und 80er Jahren galt Michael Schirner (heute Kunst-Professor in Karlsruhe) als "der" Werbeguru in der Bundesrepublik. Noch heute sind viele seiner Kampagnen (z.B. „Ich trinke Jägermeister, weil...“) im kollektiven Gedächtnis tief verankert. In seinem Buch „Werbung ist Kunst“ von 1988 hat er seine ästhetische Strategie, eine Werbekampagne anzugehen, dargestellt. Sie beruhte auf dem Prinzip der Reduktion (was stets Komprimierung implizierte). Berühmt geworden ist seine aus einem einzigen Wort nach dem Muster der Konkreten Poesie entwickelte Printanzeige schreIBMaschine.  <br />
<br />
In prädigitaler Zeit galt der abgebildete Kugelkopf der IBM-Schreibmaschine als innovative Meisterleistung im Bereich der Bürotechnik.<br />
<br />
Vgl. auch Dirk Schindelbeck: Marken, Moden und Kampagnen, Darmstadt 2003.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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