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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Paul Boldt]]></title>
		<link>https://sonett-forum.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-forum.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 03:43:27 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Mein Februarherz]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=30279</link>
			<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 07:37:38 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=30279</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mein Februarherz</span><br />
<br />
Als trügen Frauen in den Straußenfedern<br />
Das junge Licht wie eine weiße Fahne,<br />
Gehörten alle Häuser reichen Rhedern<br />
Und wären Schiffe, schwimmt um die Altane<br />
<br />
Die blaue Luft! Oh, jetzt in einem Kahne<br />
Auf Wassern fahren, süßen Morgennebeln<br />
Entgegensteuern, gleich dem leisen Schwane<br />
Die Wellen teilend mit den schwarzen Hebeln!<br />
<br />
Geh in die Leipzigerstraße! Geh ins Freie!<br />
Schön ist die Wollust! Gott ein guter Junge.<br />
Die Dirnen sommern brünstiger als Haie!<br />
<br />
Ich habe Geld! Ich bin so schön im Schwunge.<br />
Sonette aus Sonne kitzeln mir die Zunge!<br />
In meiner Kehle sammeln sich die Schreie!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mein Februarherz</span><br />
<br />
Als trügen Frauen in den Straußenfedern<br />
Das junge Licht wie eine weiße Fahne,<br />
Gehörten alle Häuser reichen Rhedern<br />
Und wären Schiffe, schwimmt um die Altane<br />
<br />
Die blaue Luft! Oh, jetzt in einem Kahne<br />
Auf Wassern fahren, süßen Morgennebeln<br />
Entgegensteuern, gleich dem leisen Schwane<br />
Die Wellen teilend mit den schwarzen Hebeln!<br />
<br />
Geh in die Leipzigerstraße! Geh ins Freie!<br />
Schön ist die Wollust! Gott ein guter Junge.<br />
Die Dirnen sommern brünstiger als Haie!<br />
<br />
Ich habe Geld! Ich bin so schön im Schwunge.<br />
Sonette aus Sonne kitzeln mir die Zunge!<br />
In meiner Kehle sammeln sich die Schreie!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sinnlichkeit]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=30278</link>
			<pubDate>Wed, 09 Jul 2025 09:58:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=30278</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sinnlichkeit</span><br />
<br />
Unter dem Monde liegt des Parks Skelett.<br />
Der Wind schweigt weit. Doch wenn wir Schritte tun,<br />
Beschwatzt der Schnee an deinen Stöckelschuhn<br />
Der winterlichen Sterne Menuett.<br />
<br />
Und wir entkleiden uns, seufzend vor Lust,<br />
Und leuchten auf; du stehst mit hübschen Hüften<br />
Und hellen Knien im Schnee, dem sehr verblüfften,<br />
Wie eine schöne Bäuerin robust.<br />
<br />
Wir wittern und die Tiere imitierend<br />
Fliehn wir in den Alleen mit frischen Schrein.<br />
Um deine Flanken steigt der Schnee moussierend.<br />
<br />
Mein Blut ist fröhlicher als Feuerschein!<br />
So rennen wir exzentrisches Ballett<br />
Zum Pavillon hin durch die Tür ins Bett.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sinnlichkeit</span><br />
<br />
Unter dem Monde liegt des Parks Skelett.<br />
Der Wind schweigt weit. Doch wenn wir Schritte tun,<br />
Beschwatzt der Schnee an deinen Stöckelschuhn<br />
Der winterlichen Sterne Menuett.<br />
<br />
Und wir entkleiden uns, seufzend vor Lust,<br />
Und leuchten auf; du stehst mit hübschen Hüften<br />
Und hellen Knien im Schnee, dem sehr verblüfften,<br />
Wie eine schöne Bäuerin robust.<br />
<br />
Wir wittern und die Tiere imitierend<br />
Fliehn wir in den Alleen mit frischen Schrein.<br />
Um deine Flanken steigt der Schnee moussierend.<br />
<br />
Mein Blut ist fröhlicher als Feuerschein!<br />
So rennen wir exzentrisches Ballett<br />
Zum Pavillon hin durch die Tür ins Bett.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Herbstgefühl]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11804</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:43:22 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11804</guid>
			<description><![CDATA[Der große, abendrote Sonnenball<br />
Rutscht in den Sumpf, des Stromes schwarzen Eiter,<br />
Den Nebel leckt. Schon fließt die Schwäre breiter,<br />
Und trübe Wasser schwimmen in das Tal.<br />
<br />
Ins finstre Laub der Eichen sinken Vögel,<br />
Aasvögel mit den Scharlachflügeldecken,<br />
Die ihre Fänge durch die Kronen strecken,<br />
Und Schreien, Geierpfiff, fällt von der Höhe.<br />
<br />
Ach alle Wolken brocken Dämmerung!<br />
Man kann den Schrei des kranken Sees hören<br />
Unter der Vögel Schlag und gelbem Sprung<br />
<br />
Wie Schuß, wie Hussa in den schwarzen Föhren<br />
Ist alle Farbe! Von dem Fiebertrunk<br />
Glänzen die Augen, die dem Tod gehören.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der große, abendrote Sonnenball<br />
Rutscht in den Sumpf, des Stromes schwarzen Eiter,<br />
Den Nebel leckt. Schon fließt die Schwäre breiter,<br />
Und trübe Wasser schwimmen in das Tal.<br />
<br />
Ins finstre Laub der Eichen sinken Vögel,<br />
Aasvögel mit den Scharlachflügeldecken,<br />
Die ihre Fänge durch die Kronen strecken,<br />
Und Schreien, Geierpfiff, fällt von der Höhe.<br />
<br />
Ach alle Wolken brocken Dämmerung!<br />
Man kann den Schrei des kranken Sees hören<br />
Unter der Vögel Schlag und gelbem Sprung<br />
<br />
Wie Schuß, wie Hussa in den schwarzen Föhren<br />
Ist alle Farbe! Von dem Fiebertrunk<br />
Glänzen die Augen, die dem Tod gehören.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Monogamie]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11803</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:43:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11803</guid>
			<description><![CDATA[Fleisch. Es bewegt sich mit Blutschatten,<br />
Und es versickert in zehn Tropfen Zehen.<br />
Laß dich von meinen Seelenaugen sehen!<br />
Sag etwas! Gattin, nenn mich deinen Gatten.<br />
<br />
Die Küsse schlagen mich! Etwas Allmacht<br />
Ist doch in den Anhäufungen von Armen.<br />
Wie Kameraden liegen wir im warmen<br />
Biwak der Herzen diese Fleischesnacht.<br />
<br />
Wenn mir der Morgen in die Haare saust,<br />
Schläfst du bei mir vom Mund bis an die Zehen.<br />
Wir sind gottlos. Nur unser Herz verehrend.<br />
<br />
Ein Löwenpaar, das unter Sternen haust.<br />
Einer des andern große Stärke mehrend.<br />
Wir sterben nicht. Das kann uns nicht geschehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Fleisch. Es bewegt sich mit Blutschatten,<br />
Und es versickert in zehn Tropfen Zehen.<br />
Laß dich von meinen Seelenaugen sehen!<br />
Sag etwas! Gattin, nenn mich deinen Gatten.<br />
<br />
Die Küsse schlagen mich! Etwas Allmacht<br />
Ist doch in den Anhäufungen von Armen.<br />
Wie Kameraden liegen wir im warmen<br />
Biwak der Herzen diese Fleischesnacht.<br />
<br />
Wenn mir der Morgen in die Haare saust,<br />
Schläfst du bei mir vom Mund bis an die Zehen.<br />
Wir sind gottlos. Nur unser Herz verehrend.<br />
<br />
Ein Löwenpaar, das unter Sternen haust.<br />
Einer des andern große Stärke mehrend.<br />
Wir sterben nicht. Das kann uns nicht geschehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meine Jüdin]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11802</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:41:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11802</guid>
			<description><![CDATA[Du junge Jüdin, braune Judith, köstliche<br />
Frucht der Erkenntnis, weißer Blütenfall:<br />
Aus Kleidern steigst du nackt, ein All ins All,<br />
Mit deinen Brüsten, Mythenfrau, du östliche.<br />
<br />
Steige vom Sockel, Venus, aus zerballter<br />
Wäsche, Jungweib! Wie Morgensonne blitzt<br />
Dein Bauch - und in der Schenkel Schatten sitzt<br />
Wie Blüten saugend, fest, ein schwarzer Falter.<br />
<br />
Und Schwarzes fällt aus den gelösten Schleifen<br />
In den konkaven Nacken, wie Geruch.<br />
Und die zu großen, graden Zähne blecken,<br />
<br />
Als ob sie schon in Männerküssen stäken.<br />
Der Blick hängt glänzend über dem Versuch,<br />
Die Lippen über das Gebiß zu streifen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Du junge Jüdin, braune Judith, köstliche<br />
Frucht der Erkenntnis, weißer Blütenfall:<br />
Aus Kleidern steigst du nackt, ein All ins All,<br />
Mit deinen Brüsten, Mythenfrau, du östliche.<br />
<br />
Steige vom Sockel, Venus, aus zerballter<br />
Wäsche, Jungweib! Wie Morgensonne blitzt<br />
Dein Bauch - und in der Schenkel Schatten sitzt<br />
Wie Blüten saugend, fest, ein schwarzer Falter.<br />
<br />
Und Schwarzes fällt aus den gelösten Schleifen<br />
In den konkaven Nacken, wie Geruch.<br />
Und die zu großen, graden Zähne blecken,<br />
<br />
Als ob sie schon in Männerküssen stäken.<br />
Der Blick hängt glänzend über dem Versuch,<br />
Die Lippen über das Gebiß zu streifen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mann und Menschfrau]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11801</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:40:35 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11801</guid>
			<description><![CDATA[Der Park beleckt, ein grüner Katarakt,<br />
Das weiße Haus, in dem wir nach uns greifen.<br />
Du hast Angstaugen. Um die Fenster streifen<br />
Ahorne braun und indianernackt.<br />
<br />
Sturm hat die Nacht, die Negerin, gepackt.<br />
- Du wirst doch diese Herzart nicht begreifen.<br />
Laß aus dir trinken, und ich werde reifen.<br />
Verdorrte Augen überschwemmt dein Akt.<br />
<br />
Du kriegst ein Kind. Ich werde einsam sterben<br />
In braunen Muskeln und vom Tag gedörrter.<br />
Jetzt könnten deine Arme mich entfärben.<br />
<br />
Orient und Eden machst du gegenwärtig.<br />
Wir wandeln nackt durch baumige Hirnörter.<br />
Engel - dein weißer Bauch ist dunkelbärtig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Park beleckt, ein grüner Katarakt,<br />
Das weiße Haus, in dem wir nach uns greifen.<br />
Du hast Angstaugen. Um die Fenster streifen<br />
Ahorne braun und indianernackt.<br />
<br />
Sturm hat die Nacht, die Negerin, gepackt.<br />
- Du wirst doch diese Herzart nicht begreifen.<br />
Laß aus dir trinken, und ich werde reifen.<br />
Verdorrte Augen überschwemmt dein Akt.<br />
<br />
Du kriegst ein Kind. Ich werde einsam sterben<br />
In braunen Muskeln und vom Tag gedörrter.<br />
Jetzt könnten deine Arme mich entfärben.<br />
<br />
Orient und Eden machst du gegenwärtig.<br />
Wir wandeln nackt durch baumige Hirnörter.<br />
Engel - dein weißer Bauch ist dunkelbärtig.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lyrik]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11800</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:40:07 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11800</guid>
			<description><![CDATA[Wie Wellen fallen, wollen wir es halten,<br />
Die ewig springen mit Elan ans Land.<br />
Zwecklos. So sollen immer überrannt<br />
Die dumpfen Dinge sich nach uns gestalten.<br />
<br />
Hasse die Unkunst aller Atemalten!<br />
Gebäre Verse - Schreie, nervgespannt!<br />
Laß Worte anglühn in der Reime Brand<br />
Und dunkeln von Gefühl, wenn sie erkalten.<br />
<br />
Schreib kräftig, grade; gib dem Worte viel,<br />
Dem Vers die Worte wie der Brücke Joche.<br />
Die runde Zahl der Tage ist die Woche!<br />
<br />
Arbeite und forciere deinen Stil!<br />
Bete zu Nietzsche! Spanne dich mit Verven<br />
Des Croisset-Christus, Jesus unsrer Nerven.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wie Wellen fallen, wollen wir es halten,<br />
Die ewig springen mit Elan ans Land.<br />
Zwecklos. So sollen immer überrannt<br />
Die dumpfen Dinge sich nach uns gestalten.<br />
<br />
Hasse die Unkunst aller Atemalten!<br />
Gebäre Verse - Schreie, nervgespannt!<br />
Laß Worte anglühn in der Reime Brand<br />
Und dunkeln von Gefühl, wenn sie erkalten.<br />
<br />
Schreib kräftig, grade; gib dem Worte viel,<br />
Dem Vers die Worte wie der Brücke Joche.<br />
Die runde Zahl der Tage ist die Woche!<br />
<br />
Arbeite und forciere deinen Stil!<br />
Bete zu Nietzsche! Spanne dich mit Verven<br />
Des Croisset-Christus, Jesus unsrer Nerven.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Linden]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11799</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:39:53 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11799</guid>
			<description><![CDATA[Mit Wald gepudert und Laternenschein,<br />
Schreiten die Linden und ein paar Platanen<br />
- Unter den Bäumen sind sie Kurtisanen -<br />
Den Mädchenstrom Kurfürstendamm hinein.<br />
<br />
Ihr Wäldermädchen mit den Laubfrisuren -<br />
Man muß wohl Wind sein, um euch zu umarmen.<br />
Hübsche Dryaden, träumt ihr von den Farmen<br />
Am Strom und Wiesen zwischen Weizenfluren?<br />
<br />
Den Pfeil von Glühlicht in dem grünen Haar,<br />
Aha! Ihr seid schon elegant geworden,<br />
Jüdinnen, - die ich liebte, ein Barbar,<br />
<br />
Im Blut Unwetter und den wilden Norden.<br />
Es schien der Mond, verlor sich ohne Rest,<br />
Jetzt liegt er da, ein Ei, im Wolkennest.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mit Wald gepudert und Laternenschein,<br />
Schreiten die Linden und ein paar Platanen<br />
- Unter den Bäumen sind sie Kurtisanen -<br />
Den Mädchenstrom Kurfürstendamm hinein.<br />
<br />
Ihr Wäldermädchen mit den Laubfrisuren -<br />
Man muß wohl Wind sein, um euch zu umarmen.<br />
Hübsche Dryaden, träumt ihr von den Farmen<br />
Am Strom und Wiesen zwischen Weizenfluren?<br />
<br />
Den Pfeil von Glühlicht in dem grünen Haar,<br />
Aha! Ihr seid schon elegant geworden,<br />
Jüdinnen, - die ich liebte, ein Barbar,<br />
<br />
Im Blut Unwetter und den wilden Norden.<br />
Es schien der Mond, verlor sich ohne Rest,<br />
Jetzt liegt er da, ein Ei, im Wolkennest.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[In der Natur]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11798</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:39:35 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11798</guid>
			<description><![CDATA[Über die Erde wehen Farbenböen,<br />
Ein Schwarm von Feldern, der sich niederläßt.<br />
Die Morgen gehen über: Ost bis West<br />
Sausen die Farben. Erde blüht sich schön.<br />
<br />
Zwischen den Sommer drängt und drängt Geschick.<br />
Ob Roggenherden schmerzfrei galoppieren?<br />
Die Schwester Muskel kommt, berauscht von Tieren,<br />
Voller Tierschritte, das Geschlecht im Blick.<br />
<br />
Den Mund voll Sonne, Hände sind Blutfetzen.<br />
Man merkt es: man ist innen nasses Blut.<br />
Die Frauen trocknen nicht das Herz für jeden.<br />
<br />
Bis in die Zehen krümmt sich eine Wut<br />
Zu reden: DU zu schaffen in den Sätzen<br />
Eine der Felderbestien anzureden!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Über die Erde wehen Farbenböen,<br />
Ein Schwarm von Feldern, der sich niederläßt.<br />
Die Morgen gehen über: Ost bis West<br />
Sausen die Farben. Erde blüht sich schön.<br />
<br />
Zwischen den Sommer drängt und drängt Geschick.<br />
Ob Roggenherden schmerzfrei galoppieren?<br />
Die Schwester Muskel kommt, berauscht von Tieren,<br />
Voller Tierschritte, das Geschlecht im Blick.<br />
<br />
Den Mund voll Sonne, Hände sind Blutfetzen.<br />
Man merkt es: man ist innen nasses Blut.<br />
Die Frauen trocknen nicht das Herz für jeden.<br />
<br />
Bis in die Zehen krümmt sich eine Wut<br />
Zu reden: DU zu schaffen in den Sätzen<br />
Eine der Felderbestien anzureden!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Impression du Soir]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11797</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:39:19 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11797</guid>
			<description><![CDATA[Des Abends schwarze Wolkenvögel flogen<br />
Im Osten auf vom Fluß der Horizonte.<br />
Gärten vertropft in Nacht, die, als es sonnte,<br />
Wie Seen grünten und den Wind einsogen.<br />
<br />
Einsame Pappeln pressen ihre Schreie<br />
Angst vor den Stürmen in die blonde Stille.<br />
Schon saugen schwarze Munde Atem. - Schrille<br />
Fabrikenpfiffe. Menschen ziehn ins Freie.<br />
<br />
Ein rotes Mohnfeld mit den schwarzen Köpfen,<br />
Ragen die Schlote, einsam, krank und kahl.<br />
Die Wolkenvögel, Eiter an den Kröpfen,<br />
<br />
Wie Pelikane flattern sie zum Mahl.<br />
Und als die Horizonte Dunkel schöpfen,<br />
Wirft sich der Blitz heraus, der blanke Aal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Des Abends schwarze Wolkenvögel flogen<br />
Im Osten auf vom Fluß der Horizonte.<br />
Gärten vertropft in Nacht, die, als es sonnte,<br />
Wie Seen grünten und den Wind einsogen.<br />
<br />
Einsame Pappeln pressen ihre Schreie<br />
Angst vor den Stürmen in die blonde Stille.<br />
Schon saugen schwarze Munde Atem. - Schrille<br />
Fabrikenpfiffe. Menschen ziehn ins Freie.<br />
<br />
Ein rotes Mohnfeld mit den schwarzen Köpfen,<br />
Ragen die Schlote, einsam, krank und kahl.<br />
Die Wolkenvögel, Eiter an den Kröpfen,<br />
<br />
Wie Pelikane flattern sie zum Mahl.<br />
Und als die Horizonte Dunkel schöpfen,<br />
Wirft sich der Blitz heraus, der blanke Aal.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hunger]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11796</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:38:59 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11796</guid>
			<description><![CDATA[Die Regen liegen im Getreide, schmatzend.<br />
Tags, nachts zerschlägt der Himmel wie Eidotter.<br />
Der schwarze Sturm schlüpft aus, wie eine Otter,<br />
Das goldne Turmkreuz aus den Wolken kratzend.<br />
<br />
Der Hunger spreizt wie eine Vogelscheuche<br />
Die Arme breit aus einem Weizensumpf<br />
Und stelzt ins Dorf, mit dem klappernden Rumpf<br />
Die Schlange lockend aus dem Fluß - die Seuche.<br />
<br />
Der Bauer Czeska mit den andern Schalken<br />
Scharren voll Scham erst in der Dämmerung<br />
Die Nachgeburt der Rinder aus dem Dung.<br />
<br />
Die Kinder lesen Spinnen von den Balken.<br />
Man stirbt. Man legt die Leichen grün und jung<br />
Wie Heringe in Kalk, wo sie zerwalken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Regen liegen im Getreide, schmatzend.<br />
Tags, nachts zerschlägt der Himmel wie Eidotter.<br />
Der schwarze Sturm schlüpft aus, wie eine Otter,<br />
Das goldne Turmkreuz aus den Wolken kratzend.<br />
<br />
Der Hunger spreizt wie eine Vogelscheuche<br />
Die Arme breit aus einem Weizensumpf<br />
Und stelzt ins Dorf, mit dem klappernden Rumpf<br />
Die Schlange lockend aus dem Fluß - die Seuche.<br />
<br />
Der Bauer Czeska mit den andern Schalken<br />
Scharren voll Scham erst in der Dämmerung<br />
Die Nachgeburt der Rinder aus dem Dung.<br />
<br />
Die Kinder lesen Spinnen von den Balken.<br />
Man stirbt. Man legt die Leichen grün und jung<br />
Wie Heringe in Kalk, wo sie zerwalken.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hinrichtung 1913]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11795</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:38:39 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11795</guid>
			<description><![CDATA[Er heult im Dunkeln. Horch! - - Sie kommen. Hui!<br />
Er schwirrt hervor wie eine Fledermaus<br />
Gegen die Wände. Fort! Er will hinaus; -<br />
Der Geistliche beginnt: "Ich bitte Sie" - -<br />
<br />
Er sitzt, rutscht wie ein Affe auf dem Steiß<br />
Zwischen den Pfaffen durch; der fällt zusammen.<br />
Aber die Wärter greifen ihn, die strammen<br />
Geübten Männer schnaufen voller Schweiß.<br />
<br />
Sie trugen ihn. Er ließ Urin, er riß<br />
Die Hände los zum Schutz an seinen Hals.<br />
Er schnatterte, er sah nichts weiter als<br />
<br />
Den Herrn im Frack: ta-ta-ta-ta-ta-tattt!<br />
Die Zunge hobelte noch Wortsalat,<br />
Als ihr das Beil wild durch die Wurzel biß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er heult im Dunkeln. Horch! - - Sie kommen. Hui!<br />
Er schwirrt hervor wie eine Fledermaus<br />
Gegen die Wände. Fort! Er will hinaus; -<br />
Der Geistliche beginnt: "Ich bitte Sie" - -<br />
<br />
Er sitzt, rutscht wie ein Affe auf dem Steiß<br />
Zwischen den Pfaffen durch; der fällt zusammen.<br />
Aber die Wärter greifen ihn, die strammen<br />
Geübten Männer schnaufen voller Schweiß.<br />
<br />
Sie trugen ihn. Er ließ Urin, er riß<br />
Die Hände los zum Schutz an seinen Hals.<br />
Er schnatterte, er sah nichts weiter als<br />
<br />
Den Herrn im Frack: ta-ta-ta-ta-ta-tattt!<br />
Die Zunge hobelte noch Wortsalat,<br />
Als ihr das Beil wild durch die Wurzel biß.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Herbstpark]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11794</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:38:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11794</guid>
			<description><![CDATA[Die gelbe Krankheit herrscht. Wie Säufern fällt<br />
Das Laub Ahornen aus den roten Schädeln,<br />
Und Birken glühn gleich flinken Gassenmädeln<br />
Im Arm der Winde auf dem schwarzen Feld.<br />
<br />
Und wie die Hände einer Frau, die sinnt<br />
Ihrem Gemahl nach und der starken Lust,<br />
Ward weiße Sonne kühl! Du aber mußt<br />
Der Nächte denken, die im Juni sind.<br />
<br />
In diesen sternenbunten, sagt man, fror es.<br />
Der Park ist so verstört. Aus beiden Teichen<br />
Zittert die Stimme des gefleckten Rohres,<br />
<br />
Wenn Wellen so vom seichten Sande schleichen.<br />
Und Regen droht. In Kutten, stummen Chores,<br />
Gehn Wolken um die großen, grünen Eichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die gelbe Krankheit herrscht. Wie Säufern fällt<br />
Das Laub Ahornen aus den roten Schädeln,<br />
Und Birken glühn gleich flinken Gassenmädeln<br />
Im Arm der Winde auf dem schwarzen Feld.<br />
<br />
Und wie die Hände einer Frau, die sinnt<br />
Ihrem Gemahl nach und der starken Lust,<br />
Ward weiße Sonne kühl! Du aber mußt<br />
Der Nächte denken, die im Juni sind.<br />
<br />
In diesen sternenbunten, sagt man, fror es.<br />
Der Park ist so verstört. Aus beiden Teichen<br />
Zittert die Stimme des gefleckten Rohres,<br />
<br />
Wenn Wellen so vom seichten Sande schleichen.<br />
Und Regen droht. In Kutten, stummen Chores,<br />
Gehn Wolken um die großen, grünen Eichen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Guten Tag – helle Eva!]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11793</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:38:06 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11793</guid>
			<description><![CDATA[Ich wollte mit dir jungem Weibe leben<br />
Gern wie der Sturm auf einem hellen Meer,<br />
Daß deine Hände sich wie Möwen heben.<br />
Wie Strudel leuchten deine Brüste sehr.<br />
<br />
Dein Fleisch ist Schnee, und schneereich bist du wie<br />
Russische Winter. Mondrot leuchtet, blond,<br />
Dein Haarkorb an des Nackens Horizont -<br />
Du nackend Weib, du weiße Therapie!<br />
<br />
Lange behielt ich deine Witterung<br />
Und jagte hitzig hinter Dirnenrudeln,<br />
Lustkrank, von Qual beweht. Doch du bliebst jung.<br />
<br />
Auf deinen Rippen kreisen weiße Strudel;<br />
Du bist ein Weib geworden - puh - fruchtbar,<br />
Du blanker Bauch voll Blut und krautigem Haar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich wollte mit dir jungem Weibe leben<br />
Gern wie der Sturm auf einem hellen Meer,<br />
Daß deine Hände sich wie Möwen heben.<br />
Wie Strudel leuchten deine Brüste sehr.<br />
<br />
Dein Fleisch ist Schnee, und schneereich bist du wie<br />
Russische Winter. Mondrot leuchtet, blond,<br />
Dein Haarkorb an des Nackens Horizont -<br />
Du nackend Weib, du weiße Therapie!<br />
<br />
Lange behielt ich deine Witterung<br />
Und jagte hitzig hinter Dirnenrudeln,<br />
Lustkrank, von Qual beweht. Doch du bliebst jung.<br />
<br />
Auf deinen Rippen kreisen weiße Strudel;<br />
Du bist ein Weib geworden - puh - fruchtbar,<br />
Du blanker Bauch voll Blut und krautigem Haar.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Frühjahr]]></title>
			<link>https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11792</link>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 12:37:37 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-forum.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-forum.de/showthread.php?tid=11792</guid>
			<description><![CDATA[Die ganze Nacht durch kamen Wanderungen<br />
Wie auf der Flucht, in sohlenloses Schreiten<br />
Vermummt. Am Morgen bargen es die Weiten:<br />
Nur Sturm schwimmt durch die dunkelen Waldungen.<br />
<br />
Als wäre allem Licht ein Tor gesprungen,<br />
Will es sich in die Aderbäume breiten,<br />
Darin die Pulse spülen, Säfte gleiten<br />
Wie Frühjahrsströme durch die Niederungen.<br />
<br />
Mein gutes Glück, märzlich dahergetänzelt.<br />
Mädchen, gut, daß du Weib bist! Diese Stunde<br />
Verlangt das. Küsse mich! O unsere Munde<br />
<br />
Haben noch niemals um ihr Glück scharwenzelt.<br />
Du - du - dein Haar riecht wie der frühe Wind<br />
Nach weißer Sonne - Sonne - Sonne - Wind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die ganze Nacht durch kamen Wanderungen<br />
Wie auf der Flucht, in sohlenloses Schreiten<br />
Vermummt. Am Morgen bargen es die Weiten:<br />
Nur Sturm schwimmt durch die dunkelen Waldungen.<br />
<br />
Als wäre allem Licht ein Tor gesprungen,<br />
Will es sich in die Aderbäume breiten,<br />
Darin die Pulse spülen, Säfte gleiten<br />
Wie Frühjahrsströme durch die Niederungen.<br />
<br />
Mein gutes Glück, märzlich dahergetänzelt.<br />
Mädchen, gut, daß du Weib bist! Diese Stunde<br />
Verlangt das. Küsse mich! O unsere Munde<br />
<br />
Haben noch niemals um ihr Glück scharwenzelt.<br />
Du - du - dein Haar riecht wie der frühe Wind<br />
Nach weißer Sonne - Sonne - Sonne - Wind.]]></content:encoded>
		</item>
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